Tag-Archiv | Aktionstage

Riesen-Demo gegen das österreichische FremdenUnrecht

Im Rahmen der Aktionstage gegen Abschiebung 26.-28.09.2012 in Wien

Galerie 2 – Photo Credits: Gabriel Winkelmüller

Riesen-Demo gegen das österreichische FremdenUnrecht

Im Rahmen der Aktionstage gegen Abschiebung 26.-28.09.2012 in Wien Galerie 1 – Photo Credits: Erinmwionghae Clifford

Videos zu den Aktionstagen

 

 

Artikel von Asyl in Not: Massenabschiebungen: Masse oder Strom

Aktionstage gestartet

26.9.-28-9-.: Aktionstage gegen Abschiebung in Wien

Initiative „Familien und FreundInnen gegen Abschiebung“ ruft
auf zu Protesten angesichts von Abschiebewelle in Österreich

Wien (OTS) – Im Vorfeld neuer Asylrechtsänderungen und der 2014 in
Kraft tretenden Bleiberechtsreform bahnt sich in Österreich eine
Abschiebewelle an. Viele Menschen wurden in der letzten Zeit
zwangsweise außer Landes gebracht. Partnerschaften und
zwischenmenschliche Bindungen werden auseinander gerissen, Kinder
eines Elternteiles beraubt und Menschen ihre Lebensperspektive
genommen. Vielen wird durch die „Dublin II“-Verordnung der Zugang zum
Asylsystem verwehrt. Deshalb ruft die Initiative „Familien und
FreundInnen gegen Abschiebung“ gemeinsam mit Angehörigen der
Betroffenen vom 26. bis 28.9. unter dem Motto „Gegen das
österreichische FremdenUnrecht“ auf zu Aktionstagen. Höhepunkt ist
eine Demonstration am 27. 9. ab 16 Uhr vom Museumsquartier zum
Parlament.

Für Mittwoch, 26.9., sind MedienvertreterInnen herzlich zu einer
Pressekonferenz im Cafe Eiles (Ecke Josefstädterstraße/
Landesgerichtsstraße, U2 Rathaus) eingeladen. Es sprechen Ute Bock,
Anny Knapp (Asylkoordination), Michael Genner (Asyl in Not),
Alexander Pollak (SOS Mitmensch), Alev Korun und Senol Akkilic (Die
Grünen) sowie betroffene Männern, Frauen und Kinder.

Alarmierende Abschiebefälle der letzten Zeit sind zahlreich: Durch
ein Rückübernahmeabkommens mit Nigeria startete am 12. September ein
Abschiebe-Charterflug. Mindestens 6 Betroffene aus Wien wurden in
einer Großaktion aus ihren Wohnungen geholt, mehrere wurden gewaltsam
von ihren Familien getrennt. Am 21. 6. wurde Omar D. nach Gambia
abgeschoben, seine Freundin Denise und seinen Sohn Jeremias musste er
in Wien zurücklassen. Madu T. wurde am 30. Mai entgegen
UNHCR-Empfehlung, trotz dramatischer Sicherheitslage, nach Mali
abgeschoben. Der Student Zekeriye Y., der in Wien ein herzkrankes
Kind hat, wird nach zwei verhinderten Abschiebeversuchen am 26.9. zur
„freiwilligen“ Ausreise in die Türkei genötigt – die einzige Chance
auf reguläre Rückkehr nach Österreich. Viele können aus Angst vor
drohender Abschiebung nicht mehr ruhig schlafen – zum Beispiel der
Salzburger Schüler Saied Ahmadi, dem die Abschiebung in das
kriegsgeplagte Afghanistan droht.

Betroffene Angehörige und FreundInnen wollen diese Situation nicht
hinnehmen. „Für alle ist das eine untragbare Situation – am meisten
aber wird unser Sohn darunter leiden. Ich tue mich jetzt mit anderen
Müttern zusammen, um gemeinsam zu kämpfen!“, so Denise, die Partnerin
des abgeschobenen Omar D.

Infos zum Programm:

26. September 2012

7:30: Verabschiedung statt Abschiebung (Flughafen, Gate 1). Wir
verabschieden unseren Freund Zekeriye Y., der von den Behörden
gezwungen wird, „freiwillig“ in die Türkei auszureisen.

10:00: Pressekonferenz, Café Eiles, Ecke Josefstädterstraße/
Landesgerichtsstraße (U2 Rathaus).

19:00: Podiumsdiskussion mit Zoraida Nieto, Clifford Erinmwionghae,
Nikolaus Kunrath, Ute Bock (angefragt), Peter Marhold u.a.,
Afroasiatisches Institut / Lesesaal 1. Stck., Türkenstr. 3, 1090 Wien

27. September 2012

16:00: Demonstration vom Omofuma Denkmal (Museumsquartier / Ecke
Mariahilferstr.) zum Parlament

18:00: Abschlusskundgebung mit kreativer Überraschungsaktion

28. September 2012

17:00: Workshop „Wie verhindere ich eine Abschiebung?“.Praktiken für
den Widerstand. Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1
Keplerplatz)

20:00: „Gekommen, um zu bleiben“ – Party mit DJ Taff, Mosa Sisic,
TOPOKE von Tres Monos, Laura Rafetseder

Aktionstage 26. – 28.9.2012

Action days against deportation – Journées d´action contre l´expulsion – Aktionstage gegen Abschiebung

Programme en francais: voici dessous/ Programm auf Deutsch siehe unten

Flyer Aktionstage_VorderseiteN-1

Flyer Aktionstage_RückseiteN

Flyer_Aktionstage_En_DruckvorlageVorstellungstext_frz_Druckvorlage

Vorstellungstext_frz_Druckvorlage

Flyer-Arabe_Druckvorlage

Flyer-Farsi_Druckvorlage

Plakat_Aktionstage-2

26th -28th of September: Action Days Families and Friends against Deportation

27th of September 2012, at 4 pm: Demonstration against deportation
Starting point: Marcus Omofuma memorial / Museumsquartier, Maria Hilfer Straße (metro U3 Museumsquartier)

Every day, peoples‘ lives are destroyed by deportation. The present asylum law and the usual administrative practices make it almost impossible for people who have fled persecution, after years of traumatic experiences, to be finally recognised as refugees in Austria. Almost 2/3 of all asylum aplications are being rejected.

We resist against our relatives, colleagues and friends being deported!

Every deportation destroys the live and the future of a human being, every deportation tears people apart from each other!

We demand:
The right to stay for our friends, daddies, mommies, colleagues and partners
The right to work for asylum seekers
Full social, political and judicial equality in the society and on the job market

Come and join the struggle!
——————————

——————————-Program:26th of September 2012
7.30 am: farewell instead of deportation (Airport Gate 1)
10.00 am:  press conference (Cafe Eiles, 8., Josefstädterstr. 2)
19.00 pm:  podium discussion  „families and friends against unjust migration laws“ (with Zoraida Nieto, Clifford Erinmwionghae, Nikolaus Kunrath, Peter Marhold and others),
afro-asian institute / reading room, 1st floor, Türkenstraße 3, 1090 Wien

27th of September 2012

16.00 pm:  Demo against deportation from Marcus Omofuma memorial to the austrian parliament
18.00 pm:rally in front of the parliament28th of September 2012
17.00 pm:
workshop „How to stop a deportation?“
at „Club der Freunde“, Gudrunstraße 135, 1100 Wien  (metro U1 Keplerplatz)
20.00 pm:   „Come to stay“ – solidarity party with DJ Taff, TOPOKE of „Tres Monos“, Laura Rafetseder & Mosa Sisic

Facebook: Familien und FreundInnen gegen Abschiebung
E-Mail: stop_deportation@gmx.at

www.familienundfreundinnengegenabschiebung.wordpress.com
donnations: Familien und FreundInnen gegen Abschiebung
Erste Bank I BLZ: 20111 I Ktonr.: 282-146-918/03

Battons-nous pour un monde sans frontières!
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Initiative „Non à l´ expulsion – Familles & Amis ensembles“

Tous les jours des nombreuses personnes sont expulsées de notre pays, leur vies est ainsi detruites. Le droit d´asile comme celui de séjour et la manière dont ils sont executès respectent pas les droits de l´ homme les plus fondamentaux. Les droits de ceux qui sont gravement traumatisés par une passé douleureuse de fuite. Systematiquement, leur demandes sont réfusés, tout comme 75% des demandes d´asile.

Chaque expulsion sépare des proches pour un terme indéfini ou toujours, en détruisant leur vie et leur futur! Luttons contre la déportation de nos membres de famille, amis et collegues!

Nos demandes:

– Le droit de séjour pour nos pères, mères, amis, collegues et partenaires
– Fin au durcissement inhumain des démarches réglant l´immigration
– Égalité sociale, politique et légale, ainsi que l´accès au marché du travail pour les démandeurs d´asile

Viens t´engager avec nous!

familienundfreundinnengegenabschiebung.wordpress.com
Facebook: Familien und FreundInnen gegen Abschiebung
stop_deportation@gmx.at

Programme – Journées d´Action 26.9. – 28.9.2012

26. septembre 2012
7:30 À l´aeroport Schwechat, Gate 1, on dit „Au revoir“ à Zekeriye Yesilgün, qui va demander son Visa depuis la Turquie, pour réjoindre sa famille en Autriche.

10:00 Conférence de presse

19:00 Forum de discussion „Familien und FreundInnen gegen
FremdenUNrecht“ (entre autres avec la participation de Zoraida Nieto, Clifford Erinmwionghae, Nikolaus Kunrath, Peter Marhold), Afroasiatisches Institut / Lesesaal 1. Stock, Türkenstraße 3, 1090 Wien

27. septembre 2012
16:00
Manif´contre expulsion. Début: Sortie U 2 “MQ“, sculpture „Marcus Omofuma Denkmal“, au parlement

18:00 Proclamation finale devant le parlement

28. septembre 2012
17:00
Workshop „Comment arréter une expulsion?“

Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

20:00 „Venus pour rester“ – Soliparty mit DJ Taff, TOPOKE von Tres Monos, Laura Rafetseder und Mosa Sisic, Buffet

Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

Battons-nous pour un monde sans frontières!
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In den letzten Monaten sind Flüchtlinge zusammen mit Angehörigen und FreundInnen verstärkt gegen Abschiebung an die Öffentlichkeit gegangen. Tagtäglich wird das Leben von Menschen durch Abschiebung zerstört. Das derzeitige Asylrecht und die gängige Behördenpraxis machen es Verfolgten, die oft eine jahrelange traumatische Fluchtgeschichte hinter sich haben, fast unmöglich, in Österreich als Flüchtling anerkannt zu werden. Etwa zwei Drittel aller Asylanträge werden abgelehnt, vielen weiteren wird durch die „Dublin II“-Verordnung von Anfang an der Zugang zum österreichischen Asylsystem verwehrt.

Um gegen diese Missstände anzukämpfen, ruft die Initiative „Familien und FreundInnen gegen Abschiebung“ zu Aktionstagen vom 26. bis 28. September 2012 auf: Wir wehren uns gegen die Abschiebungen von unseren Angehörigen, KollegInnen und FreundInnen. Jetzt wollen wir den Kampf gegen das Zerreißen von Familien und zwischenmenschlichen Beziehungen, gegen die staatliche Verschleppung von Menschen durch Abschiebungen, auf breitere Beine stellen. Wir sind solidarisch mit allen, die von Abschiebung bedroht sind und etwas dagegen tun wollen. Wir unterscheiden nicht, wer nach Ansicht österreichischer Behörden “gut integriert” ist, perfekt Deutsch kann oder der Wirtschaft nützt. Jede Abschiebung zerstört das Leben und die Zukunft von Menschen, jede Abschiebung reißt Menschen auseinander.

Mit den Aktionstagen soll die Öffentlichkeit auf das österreichische FremdenUNrecht aufmerksam gemacht und der Propaganda der gezielten Angstmache und Ausgrenzung entgegentreten werden.

Programm

26. September 2012

7:30 Verabschiedung statt Abschiebung

Zum Auftakt der Aktionstage wollen wir am Wiener Flughafen unseren Freund Zekeriye Y. verabschieden, der von den Behörden gezwungen wird, „freiwillig“ in die Türkei auszureisen, um dort ein Visum für die Rückkehr nach Österreich zu beantragen. Im Anschluss wollen wir durch das Flughafengelände ziehen, um PassagierInnen und MitarbeiterInnen für das tägliche Unrecht am Flughafen Schwechat – einer der zentralen Abschiebe-Knotenpunkte Europas – zu sensibilisieren.

10:00 Pressekonferenz der Initiative „Familie und FreundInnen gegen Abschiebung“,

Café Eiles, Ecke Josefstädterstraße/ Landesgerichtsstraße (U2 Rathaus). Mit Ute Bock, Anny Knapp (Asylkoordination), Michael Genner (Asyl in Not), Alev Korun, Senol Akkilic und Alexander Pollak (SOS Mitmensch) sowie Betroffenen, deren PartnerInnen und Kinder, die sich gegen Abschiebung einsetzen.

19:00 Podiumsdiskussion „Familien und FreundInnen gegen FremdenUNrecht“ (u.a. mit Zoraida Nieto, Clifford Erinmwionghae, Nikolaus Kunrath, Ute Bock (angefragt), Alexander Svoitko, Peter Marhold),

Afroasiatisches Institut / Lesesaal 1. Stock, Türkenstraße 3, 1090 Wien

Dialog und Experten-Statements von Menschen, die auf unterschiedlichen Ebenen – als FlüchtlingsaktivistInnen, Betroffene, Angehörige, Abgeordnete, NGO-VertreterInnen beziehen gegen das herrschende FremdenUNrecht Position. Jeder ist eingeladen, über den rechtlich-politischen Hintergrund von Abschiebungen – und Strategien dagegen – mitzudiskutieren.

Veranstaltungs-Link: https://www.facebook.com/events/501297543215338/
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27. September 2012

16:00 Demo gegen Abschiebung vom Marcus Omofuma Denkmal (Europaplatz / Ecke Mariahilferstr.) zum Parlament

18:00 Abschlusskundgebung vor dem Parlament

Mit der Demonstration vom Marcus Omofuma Denkmal zum Parlament wollen wir alle, die etwas gegen Abschiebung tun wollen, zu einem ausdrucksstarken Protest auf die Straße gehen. Im Vordergrund sollen die von Abschiebung bedrohten Flüchtlinge und ihre Angehörigen und FreundInnen stehen. Den Abschluss bildet ein künstlerisch-kreatives Protestsignal an die Verantwortlichen der österreichischen Politik.
Veranstaltungs-Link:
https://www.facebook.com/events/502458529782690/?context=create
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28. September 2012

17:00 Workshop „Wie verhindere ich eine Abschiebung?“

Praktiken für den Widerstand von Flüchtlingen und UnterstützerInnen

Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

In dem Workshop wollen wir unsere Erfahrungen aus der praktischen Verhinderung von Abschiebungen – durch öffentlichen Druck, rechtliche Mittel und direkten Widerstand – präsentieren und daraus zusammen neue Ideen und Strategien entwickeln.

20:00 „Gekommen, um zu bleiben“ – Soliparty mit DJ Taff, Mosa Sisic, TOPOKE von Tres Monos, Laura Rafetseder (Singer-Songwriter, Protestsongs), uvm. – für das leibliche Wohl wird – auch vegan – gesorgt!

Mit den Spenden finanzieren wir Rechtsmittel für Familien, die von Abschiebung bedroht sind.

Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)
Veranstaltungs-Link: https://www.facebook.com/events/413002678755788/?context=create

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Presseaussendung

Protest gegen Charterabschiebung von Wien nach Nigeria - 
Großangelegter Angriff auf Flüchtlinge und Angehörige
 
Am 12. September startete von Wien ein Abschiebe-Sammelcharterflug nach
Nigeria. AktivistInnen der Initiative „Familien und FreundInnen gegen 
Abschiebung“ protestierten vor dem Polizeianhaltezentrum (PAZ) 
Rossauerlände und versuchten, die Abschiebung zu stoppen. Bekannt sind
mindestens 7 Betroffene aus Wien, die in den letzten Tagen im Rahmen 
einer Großaktion aus ihren Wohnungen und Unterkünften geholt, ins 
Polizeianhaltezentrum (PAZ) Rossauerlände verbracht und schließlich per
Charterflug abgeschoben wurden. Angesichts früherer Erfahrungen mit 
EU-Sammelabschiebungen ist davon auszugehen, dass weit mehr 
Personen, sowohl aus Österreich als auch aus Nachbarstaaten, nach Nigeria
verschleppt wurden. Mehrere der Abgeschobenen werden dadurch gewaltsam 
von ihren Familienangehörigen getrennt.

Rückübernahmeabkommen Österreich-Nigeria – 
Geschäft auf Kosten von Flüchtlingen

Die Verhaftungs- und Abschiebeaktion ist direktes Resultat des neuen 
Rückübernahmeabkommens zwischen Österreich und Nigeria. Dieses hat 
Außenminister Spindelegger bei seinem Staatsbesuch in Nigeria Anfang Juli
mit der nigerianischen Regierung unterzeichnet. Das Abschiebe-Abkommen 
wurde gemeinsam mit einem Handelsabkommen und Verhandlungen über 
Investitionen österreichischer Firmen in Nigeria auf den Weg gebracht und 
steht für Verzahnung von Flüchtlingsabwehr und wirtschaftlichen 
Profitinteressen. Österreichischen Behörden drängen auf beschleunigte 
Abschiebung von NigerianerInnen - ungeachtet von Bedrohung durch 
Verfolgung und Gewalt. Bei den Abschiebungen nach Nigeria machen sich 
österreichische Behörden gerne die Bereitschaft der nigerianischen Botschaft 
zu nutze, nach willkürlichen Kriterien Flüchtlinge als NigerianerInnen zu 
„identifizieren“ und ihnen „Heimreisedokumente“ für die Abschiebung 
auszustellen. Dazu Hans-Georg Eberl, aktiv bei „Familien und FreundInnen 
gegen Abschiebung“: „Gegen nigerianische Flüchtlinge wird mit rassistischen, 
diffamierenden und kriminalisierenden Zuschreibungen gehetzt – 
dabei sind es der österreichische und der nigerianische Staat, die auf Kosten 
von Flüchtlingen skrupellose Geschäfte betreiben. Spindeleggers unsägliches
„Rückübernahmen“ muss umgehend aufgehoben werden!“

Abschiebung von FC Sans Papiers Vize-Kapitän verhindert, 
andere abgeschoben

Mehrere der Abgeschobenen lassen in Österreich PartnerInnen und  Kinder,
um die sie sich gemeinsam kümmern mussten, zurück. Das auch in 
Österreich festgeschriebene Recht auf familiäres Zusammenleben unabhängig
vom Aufenthaltsstatus wird durch die Abschiebepraxis missachtet. Dieses 
Schicksal drohte auch dem Vize-Kapitän des Fußballteams „FC Sans Papiers“,
der am 11. September unerwartet festgenommen wurde. Seine Abschiebung
konnte jedoch durch Druck gegen die Fremdenpolizei und das 
Innenministerium knapp verhindert werden. 
Dazu Di Tutu Bukasa, Präsident des FC Sans Papiers: „Wir danken der grünen
Abgeordneten Alev Korun und allen, die sich dagegen engagiert haben, dass 
das Glück eines Menschen und seiner Familie zerstört wird. Unser 
Fußballverein ist schon sehr geschwächt, weil wir in den letzten Jahren 
bereits 16 Spieler durch Abschiebungen verloren haben. Umso mehr freue ich
mich, dass dieses eine Mal die kollektive Intelligenz gesiegt hat.“

Verstärkte Proteste gegen Abschiebungen in Planung
Um Kritik an den Angriffen gegen Flüchtlinge in die Öffentlichkeit zu tragen, 
planen antirassistische Initiativen für die kommenden Wochen eine Reihe 
von Aktionen gegen Abschiebungen. Am 12. 9. fand in Wels und Wien eine 
Kundgebung gegen die drohende Auslieferung des demokratischen Aktivisten
Ali Yesil an die Türkei statt. Vom 26. bis 28. September rufen „Familien und 
FreundInnen gegen Abschiebung“ zu Aktionstagen in Wien auf, geplant sind
u.a. eine Podiumsdiskussion und eine Demonstration zum Parlament 
(siehe: www.familienundfreundinnengegenabschiebung.wordpress.com). 
„Jede Abschiebung zerstört Leben und Zukunft von Menschen, 
jede Abschiebung reißt Menschen auseinander. Wir wollen ein Zeichen setzen,
dass wir dieses Unrecht nicht hinnehmen“, betont Hans-Georg Eberl.

Aktionstage

26. – 28. September in Wien: Aktionstage „Familien und FreundInnen gegen Abschiebung“

In den letzten Monaten sind Flüchtlinge zusammen mit Angehörigen und FreundInnen verstärkt gegen Abschiebung an die Öffentlichkeit gegangen. Tagtäglichwird das Leben von Menschen durch Abschiebung zerstört. Das derzeitige Asylrecht und die gängige Behördenpraxis machen es Verfolgten, die oft eine jahrelange traumatische Fluchtgeschichte hinter sich haben, fast unmöglich, in Österreich als Flüchtling anerkannt zu werden. Etwa zwei Drittel aller Asylanträge werden abgelehnt, vielen weiteren wird durch die „Dublin II“-Verordnung von Anfang an der Zugang zum österreichischen Asylsystem verwehrt.

Um gegen dieser Missstände anzukämpfen, ruft die Initiative „Familien und FreundInnen gegen Abschiebung“ zu Aktionstagen vom 26. bis 28. September 2012 auf: Wir wehren uns gegen die Abschiebungen von unseren Angehörigen, KollegInnen und FreundInnen. Jetzt wollen wir den Kampf gegen das Zerreißen von Familien und zwischenmenschlichen Beziehungen, gegen die staatliche Verschleppung von Menschen durch Abschiebungen, auf breitere Beine stellen. Wir sind solidarisch mit allen, die von Abschiebung bedroht sind und etwas dagegen tun wollen. Wir unterscheiden nicht, wer nach Ansicht österreichischer Behörden “gut integriert” ist, perfekt Deutsch kann oder der Wirtschaft nützt. Jede Abschiebung zerstört das Leben und die Zukunft von Menschen, jede Abschiebung reißt Menschen auseinander.

Mit den Aktionstagen soll die Öffentlichkeit auf das österreichische FremdenUNrecht aufmerksam gemacht und der Propaganda der gezielten Angstmache und Ausgrenzung entgegentreten werden.

Programm

26. September 2012

7:30    Verabschiedung statt Abschiebung

Zum Auftakt der Aktionstage wollen wir am Wiener Flughafen unseren Freund Zekeriye Y. verabschieden, der von den Behörden gezwungen wird, „freiwillig“ in die Türkei auszureisen, um dort ein Visum für die Rückkehr nach Österreich zu beantragen. Im Anschluss wollen wir durch das Flughafengelände ziehen, um PassagierInnen und MitarbeiterInnen für das tägliche Unrecht am Flughafen Schwechat – einer der zentralen Abschiebe-Knotenpunkte Europas – zu sensibilisieren.

10:00  Pressekonferenz der Initiative „Familie und FreundInnen gegen Abschiebung“,

Café Eiles, Ecke Josefstädterstraße/ Landesgerichtsstraße (U2 Rathaus)

19:00  Podiumsdiskussion „Familien und FreundInnen gegen FremdenUNrecht“ (u.a. mit Zoraida Nieto, Clifford Erinmwionghae, Senol Akkilic, Peter Marhold),

Afroasiatisches Institut / Lesesaal 1. Stock, Türkenstraße 3, 1090 Wien

Bei der Podiumsdiskussion wollen wir die Stimmen von Menschen, die auf unterschiedlichen Ebenen – als FlüchtlingsaktivistInnen, Betroffene, Angehörige, Abgeordnete, NGO-VertreterInnen – gegen das herrschende FremdenUNrecht Position beziehen, miteinander in einen Dialog bringen und Ideen für Strategien gegen Abschiebung diskutieren.

27. September 2012

16:00  Demo gegen Abschiebung vom Marcus Omofuma Denkmal (Museumsquartier / Mariahilfer Straße) zum Parlament

18:00  Abschlusskundgebung vor dem Parlament

Mit der Demonstration vom Marcus Omofuma Denkmal zum Parlament wollen wir alle, die etwas gegen Abschiebung tun wollen, zu einem ausdrucksstarken Protest auf die Straße gehen. Im Vordergrund sollen die von Abschiebung bedrohten Flüchtlinge und ihre Angehörigen und FreundInnen stehen. Den Abschluss bildet ein künstlerisch-kreatives Protestsignal an die Verantwortlichen der österreichischen Politik.

28. September 2012

17:00  Workshop „Wie verhindere ich eine Abschiebung?“

Praktiken für den Widerstand von Flüchtlingen und UnterstützerInnen

Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

In dem Workshop wollen wir unsere Erfahrungen aus der praktischen Verhinderung von Abschiebungen – durch öffentlichen Druck, rechtliche Mittel und direkten Widerstand – präsentieren und daraus zusammen neue Ideen und Strategien entwickeln.

20:00  „Gekommen, um zu bleiben“ – Soliparty mit DJ Taff, TOPOKE von Tres Mono, Laura Rafetseder (Singer-Songwriter, Protestsongs) und Mosa Sisic + Buffet

Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

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