Archive | September 19, 2016

Kriminalität als einziger Weg zur Integration

„Kriminell zu werden kann für manche Migranten der einzige Weg sein, sich in Österreich zu integrieren: ein Dilemma, das von staatlicher Seite verursacht werde, so Forscherinnen bei einer Tagung in Wien.

Asylwerber könnten nämlich nicht legal einer bezahlten Arbeit nachgehen. Ebenso wenig Migranten, die keine Aufenthaltsberechtigung haben, etwa weil sie diese durch eine Ehescheidung oder eine Kündigung verloren haben, oder deren Asylantrag abgelehnt wurde, ohne dass sie abschiebbar wären.

Asylwerber erhalten zwar eine staatliche Unterstützung, doch die reiche nicht einmal für die Grundbedürfnisse, so die Politikwissenschaftlerin Monika Mokre von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und die Übersetzerin und AktivistinBirgit Mennel vom European Institute for Progressive Cultural Policies bei der Jahrestagung der Migrations- und Integrationsforschung am Montag in Wien.

Endet oft mit Gefängnis und Abschiebung

„Wir dürfen gar nichts machen“, zitierten sie einen Betroffenen, „also beginnt man zu stehlen oder Drogen zu verkaufen, damit man leben kann“. Die Verdienstmöglichkeiten in diesen risikoreichen Formen der Kleinkriminalität seien zwar bei weitem nicht so hoch wie oft kolportiert, könnten aber reichen, um eine Familie durchzubringen.

Außerdem ermöglicht das illegal erworbene Geld, sich so zu kleiden, dass man auf der Straße nicht auffällt, Freunde zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen, was gewissermaßen Grundlage für eine Anpassung und Integration in die Mehrheitsgesellschaft ist, erklärten die Wissenschaftlerinnen.

Freilich enden die meisten kleinkriminellen Karrieren mit völliger Desintegration: zunächst im Gefängnis und häufig unmittelbar danach mit einer Abschiebung. Diese Doppelbestrafung würde damit begründet, weitere Straftaten in Österreich zu verhindern.

Es gibt im österreichischen Recht durchaus die Möglichkeit, dass Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, die aber auch nicht abgeschoben werden können, hier legal leben und sich integrieren können, erklärte Mokre der APA am Rande der Tagung – zum Beispiel mit dem Instrument der „Duldung“.

Durch diese käme man nach recht kurzer Zeit zu einem Status, mit dem man arbeiten und Geld verdienen darf. „Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Duldung in Österreich deutlich großzügiger geregelt, was aber genau dazu führt, dass sie so gut wie nie ausgesprochen wird“, so die Forscherin.“

science.ORF.at/APA

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Wienwoche: Lange Weg der Gastarbajt

16. und 17. Bezirk, von 22. Sept, 16:00 bis 23. Sept, 3:00

Eintritt frei! Free admission!

Der Lange Weg der Gastarbajt führt von einer ehemaligen Fabrik (heute ein Kulturraum) über einen Arbeiter_innenverein zu lokalen legendären Gastarbeiter_innen, Freizeit-Orten und Bars, die alle zentrale Punkte von Kollektivität und Zusammenhalt sind. (Programm auf Deutsch s.u.)

Langer Weg der Gastarbajt leads from a former factory (now a cultural space) via a workers‘ association to work-places Gasterbajters that have become local legends, as well as bars, clubs and recreational places, all of which are central points of collectivity and team spirit.

Link > Facebook-Event: please spread!

An extensive stroll through Vienna’s 16th and 17th districts in the footsteps of Yugoslav immigrant workers, hosted by local legends and connoisseurs, marking the 50th anniversary of the recruitment agreement between Austria and the Socialist Federal Republic of Yugoslavia (SFRY). The newly founded Platforma (Platform for Temporary Creation) takes the anniversary as an opportunity to spotlight the history as well as the political struggles of migrant labour – and connect it to the now and here.

Langer Weg der Gastarbajt leads from a former factory (now a cultural space) via a workers‘ association to work-places Gasterbajters that have become local legends, as well as bars, clubs and recreational places, all ofwhich are central points of collectivity and team spirit. With the help of the programs‘ Master of Ceremony, Goran Novakovic, who will act as a guide through different locations and perspectives of the Gasterbajter experience, the stroll will display micro-programs consisting of exhibitions, readings, films, performances, music and dance.

Production: in cooperation with Wienwoche
Languages: German / English / BKSM

::PROGRAM::

16h – Mo.ë Vienna, Thellemangasse 4, 1170 Wien
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Exhibition / Readings / Performance / Installation / Tour

Welcome drink! (Garage)
Exhibition „Langer Weg der Gastarbajt“ curated by Ljubomir Bratić
Performance / Installation: Dragan Mihajlović; BOEM
Readings/testimonials: Gordana Radojevic, Ranko Prastalo („Wir, die Zugvögel. 10 Lebensgeschichten der ersten GastarbeiterInnen in Wien.“ Verlag Drava Klagenfurt, 2002)
Tour of the factory with lecture: Michael Weidhofer

18.15h – Mama, Brunnenmarkt (Stand 063)
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Testimonials: Draca Slavka

One of the legendary faces of the Brunnenmarkt market, Mama will exclusively share her life and work story with the public of the Langer Weg der Gastarbajt.

19.15h – Pitara Oroz, Hubergasse 9, 1160 Wien
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Testimonials

Pita tasting – Eating places are maybe the most vibrant social hubs and inofficial info-points for all the newcomers and guests coming to Vienna. We will get a „taste“ of the authentic stories from the owners of one of the most visited pita place in the 16th district!

20.15h – Yppenpark (Spielplatz), Ottakring, 1160 Wien
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Concert

HOR ’29 Novembar‘
Children playgrounds are also unofficial places of direct social interaction and are often overlooked as such. The Viennese Choir HOR ’29 Novembar‘will provide us with a short musical break in the mentioned playground, bringing up songs of Gasterbajters and commemorating the significance of play in the context of cultural and other exchange.

20.45h – Yppenplatz
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Performance „Pozdrav“ / „Salutation“

Marko Marković
A 15 minutes open-air performance by this performance artist and Vienna-newcomer will activate the audiences in a unique flash-mob setting.

21.00h – Café C.I. – Club International, Payergasse 14, 1160 Wien
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Testimonials

Being one of the most pivotal places of Gasterbajter activities, Cafe C.I. is an inevitable spot for those who came and are still coming to Vienna. Whether offering Goulasch, a conversation with the regulars or specific help in finding a job, a flat or a friend in Vienna, the owners of the Cafe will offer us stories that literary built this place.

22.00h – Brunnenpassage, Brunnengasse 71, 1160 Wien
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Film Screenings: Gasterbajter goes to movies!

Brunnenpassage is also a place of fervent cultural and social activity with a specific goal – to bring different people together. During the „Langer Weg der Gastarbajt“, they will host a screening of short movies dealing with the Gasterbajter topic in different historical and social settings, bringing out extraordinary films selected and presented by Ljubomir Bratić.

23.00h – AU, Brunnengasse 76, 1160 Wien
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Exhibition / Music

22.00 – NOW (live)
23.00 – Soda & Gomorra (live)
24.00 – Arsyugoslaviæ (dj set)
Considering the dense repertoire of AU and its dedication to the musical and other exchange between individual and collectives from Vienna and post-Yugoslav spaces, the choice of this Club as the final spot of the Langer Weg der Gastarbajt is pretty obvious. Two bands (Live: Soda & Gomorra / NOW + DJ set: Arsyugoslavia) differently related to the Gasterbajter history and actuality will definitely wrap up the program in the most appropriate way!

Platforma
Platform für temporäre Kreation consists of Viennese initiatives, institutions, artistic collectives and individuals: AU, Verein Boem, BLOCKFREI,Brunnenpassage and LINE IN.

We are staying at your disposal for further info on the program,
as well as for planning your visit.
Please write to: gastarbajt2016@gmail.com

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2016 jährt sich das Anwerbeabkommen zwischen Österreich und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) zum 50. Mal. Tausende jugoslawische Gastarbeiter_innen kamen für ursprünglich begrenzte Zeit nach Österreich. Sie kamen und blieben. Die neu gegründete Platforma (Platform für temporäre Kreation) nimmt das Jubiläum zum Anlass, um die Geschichte und die politischen Kämpfe der Gastarbeit in den Fokus zu rücken und sichtbar zu machen.

Der Lange Weg der Gastarbajt führt von einer ehemaligen Fabrik (heute ein Kulturraum) über einen Arbeiter_innenverein zu lokalen legendären Gastarbeiter_innen, Freizeit-Orten und Bars, die alle zentrale Punkte von Kollektivität und Zusammenhalt sind. So beleuchten wir Beziehungen zwischen der lokalen Bevölkerung und den Menschen, die nach Österreich gekommen sind und mit dem Label „Gastarbeiter_innen“ versehen wurden oder werden. An allen Stationen wird ein Mikroprogramm stattfinden mit Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Filmen, Performance, Musik und Tanz. Geschichten von Gastarbeiter_innen und Dauergästen werden erzählt. Der Lange Weg der Gastarbajt führt vor Ort Biographien und Fragmente zusammen: Prekaritätserfahrungen und eine kollektive Geschichtsschreibung, die sonst oft ausgeklammert werden.

Sprache: Bosansko/Hrvatsko/Srpski Jezik/ Englisch/ Deutsch

In Kooperation mit AU, Arbeitskreis Archiv der Migration, Boem, Blockfrei, Brunnenpassage, CI, LINE IN und mo.ë.

Produktion: Entstanden im Rahmen von WIENWOCHE. Gefördert aus Mitteln der Stadt Wien.

Gipfel-Protest: Wir wollen das! Wir können das! Wir machen das!

We want it! We can! We are doing it! No more excuses – Refugees Welcome!

Protest zum europäischen Asylgipfel in Wien: Unsere Antwort auf ihre Unrechtspolitik!

Samstag, 24. September, 13 Uhr
Ballhausplatz, Bundeskanzleramt

Link zum Facebook-Event – bitte verbreiten!
Foto: Daniel Weber

Foto: Daniel Weber

Laut den Gipfel-Teilnehmenden soll das „Ende der Willkommenskultur“ besiegelt werden. Nicht mit uns! Wir sagen zu Recht: „Wir wollen das! Wir können das! Wir machen das!“

Die österreichische Regierung hat im Frühjahr die Balkanstaaten in Geiselhaft genommen und so die Schließung der „Balkanroute“ erzwungen und eine humanitäre Katastrophe in Griechenland provoziert. 60.000 Flüchtlinge stecken dort seither fest. Die Verweigerungshaltung der meisten EU-Mitgliedsstaaten verhindert eine faire Verteilung. Bis jetzt wurden nicht einmal 1.600 Flüchtlinge aus der Türkei in der EU aufgenommen (vereinbart wurden im EU-Türkei-Deal bis zu 200.000). Auf dem europäischen Asylgipfel am Samstag in Wien geht es darum, ob das internationale Menschenrecht auf Schutz und Asyl der Tagespolitik geopfert wird, oder ob Menschlichkeit in der Flüchtlingspolitik zum Tragen kommt.

Die Hilfsbereitschaft ist in ganz Europa ungebrochen. Hunderttausende Menschen engagieren sich freiwillig in der Gestaltung von Freizeitaktivitäten, Organisation von Sprachkursen und Integration von schutzsuchenden Menschen in den Gemeinden. Mit den „Obergrenzen“ und der Verordnung eines angeblichen „Notstands“ verhöhnt die Regierung die professionellen und freiwilligen Helfer_innen und macht schutzsuchende Menschen zu „Illegalen“. Hilfsbereitschaft und Fluchthilfe werden kriminalisiert.

Mit der Notstandsverordnung verkündet die Regierung „Wir wollen nicht“ und nicht „Wir können nicht“, so Heinz Patzelt von Amnesty International. Die Plattform für eine menschliche Asylpolitik organisiert deshalb am Samstag, 24. September eine Protestaktion um 13 Uhr am Ballhausplatz unter dem Motto „Wir wollen das! Wir können das! Wir machen das!“. Zur gleichen Zeit wird die Pressekonferenz des Asyl-Gipfels im Bundeskanzleramt stattfinden.

Wir wollen die Hilfsbereitschaft sichtbar machen: Bringt symbolisch Essen und Getränke mit, macht eure Arbeit mit geflüchteten Menschen sichtbar, seid kreativ, bunt und laut!

► Nein zum EU-Grenzregime und Nein zu Frontex!
► Nein zur „Obergrenzen“ und „Notverordnung“!
► Ja zum Menschenrecht auf Asyl!
► Ja zur Solidarität und Hilfsbereitschaft!

Now in Munich: Refugee Protest Camp!

You are needed! You are invited! Du wirst gebraucht! Du bist eingeladen! (Deutsch: s.u.)

Self-organised refugees are protesting with a camp at Sendlinger Tor Platz in the city centre of Munich / Germany for more than a week now. Follow & spread their site & their

„Invitation To a Dialog

We are Non-Citizens. That means, we are people without rights who live within this society as an outsider. With our protest we want to overcome this status.
Despite all the dangers of the flight we were forced to leave our countries of origin. Because there dominate inhumane conditions such as war, repression, discrimination and poverty. On the try of flight many of us died because the European countries have drawn walls on their borders. In this way many children disappeared.
We managed to come to an unbearable journey in Germany. Our only wish was to be treated as human beeings. But our democratic rights were taken away by tightening of asylum law. Because of racist attacks and incarceration in the big camps (Erstaufnahmelager), we are in isolation to the rest of society. Many of us are threatened with deportation.

Our voice remains unheard, although if all newspapers speak every day in their headlines of the so-called refugee crisis.
Therefore, we organized us and left the camps. We would like to communicate with society. We invite the people from Munich and especially the press, political parties and trade unions, to converse with us to jointly put an end to this inhumane status.

We demand:
– Instant stop of all deportations
– political acceptance of all asylum applications!“

(Munich, 12th of September 2016= 6th Day at Sendlinger Tor)

*The struggle is not only in urgent need of concrete support on site,
but also of political allies, solidarity statements, solidarity actions,
and so on. *

The protesting refugees are looking forward to your solidarity.

Please have a look here for calls, more info concerning their demands,
etc.. :

*What goes wrong when 60 million people are refugees?!*
https://refugeestruggle.org/en/article/what-goes-wrong-when-60-million-people-are-refugees

*Call Out to get LOUD, to change the social relations! *
https://refugeestruggle.org/en/article/call-out-get-loud-change-social-relations

*Invitation to a Dialogue*
https://refugeestruggle.org/en/article/invitation-dialogs

*TWITTER: *
https://twitter.com/refugeestruggle

*FACEBOOK: *
https://www.facebook.com/refugeestruggle

If you would like to get in touch with the protest, get active, support
the refugees or have questions  please don’t write back to this address,
but contact inforsff@gmail.com directly…

…or just drop by at Sendlinger Tor.

Solidarity!

muc_support
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/!!! Bitte weiterverbreiten! !!!/

Liebe Freund_innen,

wie die meisten von Euch mitbekommen haben, findet nun schon seit über
einer Woche am Sendlinger Tor Platz ein von Geflüchteten selbst
organisiertes Protestcamp statt.

Der Protest benötigt nicht nur weiterhin dringend konkreten Support vor
Ort, sondern auch politische Verbündete, Solidaritätsstatements,
Solidaritätsaktionen etc.

Die Geflüchteten freuen sich über öffentliche Solidarität!

Die bisherigen Aufrufe, Informationen zu den Forderungen der
Protestierenden etc. findet Ihr hier:

*Was läuft falsch, wenn über 60 Mio. Menschen auf der Flucht sind?!*
https://refugeestruggle.org/de/article/was-laeuft-falsch-wenn-ueber-60-mio-menschen-auf-der-flucht-sind

*Aufruf LAUT zu werden, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern!*
https://refugeestruggle.org/de/article/aufruf-laut-zu-werden-die-gesellschaftlichen-verhaeltnisse-zu-veraendern

*Einladung zu Gesprächen*
https://refugeestruggle.org/de/article/einladung-zu-gespraechen

Alle bisherigen Berichte von Aktionen, Statements etc. hier:

https://refugeestruggle.org/

TWITTER:
https://twitter.com/refugeestruggle?lang=de

FACEBOOK:
https://www.facebook.com/refugeestruggle

Falls Ihr Kontakt mit dem Protest sucht, aktiv werden wollt, die
Geflüchteten unterstützen, Fragen zum Protest habt oder das Gespräch
sucht, wendet euch bitte NICHT an diese Emailadresse sondern an:
inforsff@gmail.com

Oder Ihr schaut einfach am Sendlinger Tor vorbei!

Solidarity!

muc_support

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