Stifte und Klöster haben viel Platz – aber nicht für Flüchtlinge

„Die katholische Kirche ist die drittgrößte Immobilienbesitzerin des Landes. Doch Stifte und Klöster haben bisher kaum Flüchtlinge aufgenommen, meist mit fadenscheinigen Begründungen. Die öffentliche Kritik daran wird immer lauter – auch in der ÖVP.“ schreibt dazu das Profil >>> „Leere Klöster haben keinen Platz für Flüchtlinge“ – und weiter:

„Selbst Papst Franziskus kritisierte bereits vor zwei Jahren die Umwandlung von leerstehenden Klöstern in Hotelanlagen für Touristen und rief dazu auf, stattdessen Flüchtlingen und anderen Bedürftigen Quartier in Klostertrakten zu geben: „Sie gehören nicht uns selbst, sie sind bestimmt für Christus, der in den Flüchtlingen lebt.“ Doch auch der dringende Appell des Kirchenoberhauptes blieb ohne Konsequenzen. Die Herbergssuche für Flüchtlinge endet oft an den Klostermauern.

„SPERRIG GEGENÜBER WELTLICHEN PROBLEMEN“

Nun überlegen manche Politiker, der Hilfsbereitschaft der Kirche ein wenig nachzuhelfen. Die Zeit drängt: Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer hat versprochen, dass bis Ende Juli die Flüchtlingszelte, die derzeit auf einem Sportplatz der Linzer Polizei stehen, verschwinden müssen. Immerhin sind die Fotos von Zeltlagern auch Wahlkampfmunition für die FPÖ.“ (Profil, Otmar Lahodynsky, 25. 7. 2015 )

<„Einerseits höre man ständig Lippenbekenntnisse der Kirche für einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen. Andererseits ist der Beitrag, den die Kirche selbst dafür leistet, verwunderlich gering, denn Flüchtlinge will sie dort nicht unterbringen. Trotz massiver Kritik im Nachrichtenmagazin profil bleiben die Klöster verschlossen. Ein Grund: Kardinal Schönborn möchte nur christliche Flüchtlinge in den Klöstern aufgenommen wissen. „Das ist angesichts des aktuellen Betreuungsnotstands einfach nur zynisch“, moniert Christian Fiala> von der Initiative www.kirchen-privilegien.at in einer Pressemitteilung. <„Wenn wir mit unserem Steuergeld kirchliche Infrastruktur fördern, dürfen wir auch einen gesellschaftlichen Beitrag der Kirchen angesichts des Betreuungsnotstands für Flüchtlinge erwarten“, bekräftigt auch Fiala. Er erinnert an die millionenschweren Mensalgüter – kirchliche Immobilen, die ausschließlich dem feudalen Leben des Kardinals und der Bischöfe dienen. Und dann wären da noch die insgesamt 3051 österreichischen Pfarren, zu denen ebenso viele, meist leerstehende Pfarrhäuser zählen, die vielfach nur mehr vom Pfarrer selbst bewohnt werden.>

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