Diesen Urlaub: Fluchthilfe!

Rechtshilfefonds & Kampagne zur Unterstützung von Fluchthelfer.innen startet.

“Wer Flüchtende dabei unterstützt, das ihnen zustehende Recht auf Freizügigkeit zu verwirklichen, kann sich auf billigenswerte Motive berufen und handelt sittlich nicht anstößig.” – Der Bundesgerichtshof

CC by fluchthelfer.in

Fluchthilfe hat in Deutschland eine lange, stolze Tradition: Vom NS-Regime, wo einige wenige Widerstandskämpfer.innen unter Einsatz ihres Lebens die Fahne der Menschlichkeit hochhielten, bis in die DDR, als, von der breiten Masse getragen, Mitbürger.innen von der anderen Seite der Mauer durch Tunnel und präparierte Autos in den Westen geschleust wurden. Angesichts einer EU-Migrationspolitik, welche jegliches Maß an Menschlichkeit verloren hat, bleibt Fluchthilfe nach wie vor notwendig und die Risiken für Fluchthilfe Einsteiger.innen sind heute geringer denn je. Zum Beispiel auf dem Rückweg aus dem Sommerurlaub.

Das Peng Collective und weitere Aktive unterstützen deshalb Fluchthelfer.innen mit dem Aufbau eines Rechtshilfefonds sowie praktischen Informationen zur Planung und Durchführung von Fluchthilfetätigkeiten auf der Website www.fluchthelfer.in.

„Freiheit ist eine notwendige Bedingung von Gerechtigkeit“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck 2012 in seiner Antrittsrede. Anna Weissenfels vom Peng Collectiv sagt dazu: “Die deutsche Politik redet liebend gern von Freiheit und Gerechtigkeit, aber diese Werte lassen sie dann nur für Menschen gelten, die in Europa geboren wurden. Das wiederum ist keine Leistung, sondern reiner Zufall.”

Europa ist schon immer von Migrationsbewegungen geprägt und dass zum Freiheitsbegriff auch Reise- und Bewegungsfreiheit gehört, war zu DDR-Zeiten noch gesellschaftlicher Konsens. Damals organisierten selbst CDU-Ortsverbände Fluchthilfe und setzten sich für offene Grenzen ein. “Im Prinzip möchten wir dahin zurück kommen,” so Maximilian Thalbach von Peng. “Heute bewerten wir die Leistung der DDR-Fluchthelfer.innen als ehrenwert und richtig, denn niemand flieht ohne Grund. Doch was zu DDR-Zeiten galt, ist auch heute noch aktuell. Fluchthilfe bedeutet Zivilcourage.”

Die Webseite www.fluchthelfer.in versorgt potentielle Fluchthelfer.innen mit den nötigen Informationen, um eigenständig Fluchthilfetätigkeiten durchzuführen, zum Beispiel auf dem Rückweg aus einem Urlaub. Auf der Webseite finden sich auch ausführliche Hintergrundinformationen zum Thema Fluchthilfe sowie rechtliche Aspekte zu Fluchthilfetätigkeiten. Ein eigens eingerichteter Rechshilfefonds unterstützt Fluchthelfer.innen, die strafrechtlich verfolgt werden.

“Fluchthilfe-Anfänger.innen haben innerhalb des Schengenraums eine gute Möglichkeit, in die Fluchthilfearbeit einzusteigen, da hier nur vergleichsweise wenig Risiko besteht. Mit etwas Vorbereitung kann das im Prinzip jeder machen,” sagt Thalbach. “Uns kostet es nichts und für Flüchtende kann es eine große Hilfe sein.”

Am Freitag, den 7. August 2015, zeichnen wir bekannte und anonyme Fluchthelfer.innen bzw. Stellverteter.innen mit dem Europäischen Verdienstkreuz am Bande aus. Damit ehren wir Menschen, die sich für Freizügigkeit eingesetzt haben. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben.

“Ich denke es kommt alles auf eine einfache Entscheidung an: Eine Welt ohne Grenzen für alle Menschen zu akzeptieren ungeachtet ihrer Religion, Hautfarbe, Kultur, oder was auch immer. Im Namen der Menschheit.” sagt Fadhoumo, Refugee-Aktivistin, im Kampagnenvideo über Grenzerfahrungen.

Die kommende Woche wird spannend, nicht nur durch eine bundesweite Plakatkampagne für Fluchthilfe. Wir wissen von vielen Menschen, die Fluchthilfe geleistet haben, leisten und leisten werden.

Kontakt:

Telefonnummer: +49 152 268 914 96

Mailadresse: hallo@fluchthelfer.in

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