Ach du schönes „Sozialschlaraffenland“

KOMMENTAR DER ANDEREN> MICHAEL CHALUPKA, Direktor der Diakonie Österreich, 3.8.2015, Der Standard

Österreich sei zu attraktiv für Flüchtlinge, behaupten Politikerinnen wie Mikl-Leitner. Angedachte Gegenmaßnahmen drohen Errungenschaften jenes Sozialstaats zu schädigen, von dem auch wir Österreicher profitieren (…)

Ein Land, das stolz darauf war, gut verwaltet zu sein, sieht sich einer Regierung gegenüber, die die Katastrophe ausruft, aber keine Katastrophenpläne hat (…). Ein Land, das auf seine Hilfsbereitschaft stolz war, sieht sich Landeshauptleuten und Bürgermeistern gegenüber, die immer neue Gründe finden, warum gerade bei ihnen niemand untergebracht werden kann.

Allein die Diakonie konnte aufgrund dieser Verhinderungstaktik in den letzten Wochen 400 Plätze in Quartieren, deren Eröffnung bereits auf Schiene war, doch nicht schaffen. Ein Land, das stolz auf seinen sozialen Zusammenhalt war, diskutiert angesichts des Elends in Traiskirchen über die vorgeblichen Privilegien derer, die gerade unter die Räder zu geraten drohen, Arbeitsloser und Mindestsicherungsbezieher, die mit Lebensmittelkarten weiter stigmatisiert werden sollen. Denn das zugleich auch gegen österreichische Bezieherinnen der Mindestsicherung und der Notstandshilfe gehetzt wird, liegt auf der Hand. Der Sozialstaat ist das Ziel. Österreich soll unattraktiv werden, nicht nur für Flüchtlinge.>

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