28.-29.05.: Veranstaltungen Afrique Europe Interact in Wien

logoGegen flüchtende Menschen aus Afrika und anderen Teilen der Welt hat die Europäische Union ein repressives und todbringendes Abschiebe- und Grenzregime errichtet. Gleichzeitig bereichern sich europäische Staaten und Konzerne an Land- und Ressourcenraub, führen Kriege und kollaborieren mit unterdrückerischen und korrupten Regimen. Gegen die neokoloniale Praxis der Ausplünderung und Abschottung setzt das Netzwerk Afrique Europe Interact (AEI) auf transnationale Solidarität für Bewegungsfreiheit und gerechte, selbstbestimmte Entwicklung.

Für 28. und 29. Mai 2015 laden wir ein zu folgenden Veranstaltungen:

Neue Welten – Sharing Stories
Filmscreening „Da.Sein“
Vorfilm „How to stop a deportation“

Do. 28.05.2015, ab 20 Uhr,
Brunnenpassage (Brunnengasse 71, 1160 Wien)

In Kooperation zwischen dem Netzwerk Afrique Europe Interact und der Brunnenpassage werden die beiden Filme „How to stop a deportation – I ain‘t getting on no plane!“ und „Da.Sein“ gezeigt. Beide Filme setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Gewalt des Abschieberegimes und dem Widerstand dagegen auseinander: Wie können Abschiebungen aktiv verhindert werden? Und was ist Menschen wiederfahren, die abgeschoben wurden: Von Erpressung durch Behörden und körperlicher Misshandlung durch PolizistInnen bis zu den Schwierigkeiten des Überlebens und Weiterlebens in einem Land, das sie auf der Flucht vor Verfolgung oder auf der Suche nach einem besseren Leben einst verlassen hatten. Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

How to stop a deportation – I ain‘t getting on no plane!
(Regie: Protest Productions Collective, Ö, 2014, 15 min.)
Flughafen Wien-Schwechat: ein Knotenpunkt für Fernwehgeplagte und globalisierte Geschäftsbeziehungen. Immer wieder besteigen Menschen das Flugzeug unter Zwang – sie werden abgeschoben. Ein Film, der zum Widerstand anstiften soll, ein Film mit praktischen Beispielen, was
man selbst tun kann, um eine Abschiebung in einem Flugzeug zu verhindern.

Da.Sein
(Regie: Aylin Basaran, Hans-Georg Eberl, Ö/NIG/TG/D, 2013, 87 min.)

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Da.Sein“, der in Kooperation mit der Togoischen Vereinigung der Abgeschobenen produziert wurde, stehen die Schicksale von Menschen, die „da“ gelebt haben und abgeschoben wurden – von Österreich nach Nigeria und von Deutschland nach Togo. Ihre Geschichten werden in Dialog gesetzt mit denen von Freund_innen und Angehörigen, die „da“ geblieben sind.

Bei der anschließenden Diskussion wollen wir u.A. der Frage nachgehen, welche Herausforderungen sich aus dem ergeben, was Menschen, die abgeschoben wurden, der Gesellschaft hier mitzuteilen haben: Von notwendigen Konsequenzen gegen PolizistInnen, die Menschenrechtsverletzungen begehen, bis zur Forderung nach Entschädigung und Auszahlung von Löhnen und Versicherungsbeiträgen sowie der Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte und Gegenwart zwischen Europa und Afrika.

Am Podium nehmen teil:

Moderation: Stephanie Deimel (Afrique Europe Interact / Wien)

Hans-Georg Eberl (Filmemacher)
Shahjahan Khan (Refugee-Aktivist und Hauptdarsteller „How to Stop a deportation“)
Clifford Erinmwionghae (Fotokünstler und Aktivist für die Rechte von geflüchteten Menschen)

Anna Müller-Funk (Boltzmanninstitut für Menschenrechte)
Angefragt: M-Media (Wien)

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ABGESAGT!!!

Alassane Dicko (Malische Vereinigung der Abgeschobenen – AME): Migration, Grenzregime, Landraub. Eine malische Perspektive.

29. Mai 2015

Viele tausend Menschen sind durch die Schließung der europäischen Grenzen auf den Reisewegen und im Mittelmeer gestorben. Die Europäische Union plant nun einen Kriegseinsatz an der Küste Nordafrikas gegen Flüchtlingsboote. Das westafrikanische Mali ist eines der Herkunftsländer derjenigen, die die Boote besteigen. Alassane Dicko beleuchtet in seinem Vortrag eine malische Perspektive: Warum begeben sich junge Menschen aus Mali trotz der ihnen nicht unbekannten Todesgefahren in das „Abenteuer der Migration“? Wie ist der Zustand des politischen Systems in dem Land, das zeitweilig für die „internationale Gemeinschaft“ als afrikanische „Musterdemokratie“ galt?

Welche Auswirkungen haben Privatisierungen öffentlicher Güter, die Ausbeutung von Gold- und Uranressource und der Verkauf landwirtschaftlicher Flächen an Agrargroßunternehmen auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung? Wie hängt der NATO-Krieg gegen Libyen 2011 mit der Destabilisierung Malis zusammen? Und was ist zu halten von den Plänen europäischer Ex-Kolonialmächte, erneut Krieg auf afrikanischem Boden zu führen – diesmal gegen Menschen auf der Flucht?

Alassane Dicko ist aktiv in der Association Malienne des Expulsés (AME), einer seit 1996 bestehenden Selbsthilfeorganisation von und für abgeschobene Migrant_innen in Bamako. Die Organisation kümmert sich um Abgeschobene und Abgewiesene u.a. aus Europa, dem Maghreb etc., die am Flughafen von Bamako, an der algerisch-malischen oder der mauretanisch-malischen Grenze ankommen. Sie leistet medizinische Nothilfe, aber auch psychosoziale und juristische Beratung, Gesundheitshilfe, arbeitet an einkommensschaffenden Maßnahmen und gewährleistet Aufklärung über das EU-Grenzregime. Mit dem Netzwerk Afrique Europe Interact kämpft Alassane Dicko darüber hinaus gegen Vertreibung und Landraub und ist engagiert in unterschiedlichen sozio-politischen Basisprojekten.

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