Scheinheiligkeit der EU gegenüber Flüchtlingsnot – neue Beschlüsse und Abschieben der Verantwortung

Schlepper als Sündenböcke und Quoten in EU-Ländern sind langfristig keine Lösung – aber legale Ein- und Weiterreisemöglichkeiten für Flüchtende.                                  Dazu die Asylkoordination Österreich:

„Die EU Mitgliedstaaten werden mehr als die nun vereinbarten 20.000 Plätze anbieten müssen, wenn sie glaubwürdig gegen das Sterben im Mittelmeer aktiv werden wollen“, kritisiert Anny Knapp die Halbherzigkeit der Vereinbarung. Mit diesem Vorschlag wird eingestanden, dass die Zuständigkeitsverteilung für die Aufnahme von Flüchtlingen, bekannt als Dublin-Verordnung, gescheitert ist (…).

Das vorgeschlagene Quotensystem zur EU-weiten Verteilung der Asylsuchenden werde keine effiziente Entlastung der Ersteinreisestaaten mit sich bringen, gibt Anny Knapp zu bedenken. Wir erleben in Österreich seit Jahren das Scheitern des Quotensystems. Spätestens sobald Flüchtlingen ein Status zuerkannt wird, verlassen sie die zugewiesenen Quartiere und Regionen, um sich dort anzusiedeln, wo sie sich bessere Zukunftsperpektiven erhoffen. Vorstellungen und Bedürfnisse der Flüchtlinge wären jedenfalls zu berücksichtigen, wenn Weiterwanderung und kostenintensives Hin- und Herschieben zwischen den EU-Staaten vermieden und Integration gefördert werden soll.

Schließlich gibt die asylkoordination zu bedenken, dass nicht die Schlepper das Problem wären, sondern fehlende legale Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge. Die derzeitigen Wiederansiedlungsplätze in der EU sind nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Daneben sollten auch andere Möglichkeiten stärker für den Flüchtlingsschutz genutzt werden. Eine davon wäre die erleichterte Erteilung von humanitären Visa, wenn sie bei Verwandten oder Bekannten Aufnahme finden könnten, ebenso könnte die Asylantragstellung bei Botschaften neu konzipiert und realisiert werden. Solche legale Einreisemöglichkeiten würden dazu beitragen, dass Flüchtlinge nicht auf die Hilfe von Schleppern angewiesen wären. “

Quelle:

http://www.asyl.at/fakten_1/asyl_2015_05.htm

http://derstandard.at/2000015760624/EU-will-20000-Fluechtlinge-auf-EU-Staaten-verteilen

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