Archive | Mai 2015

Massive Grenzkontrollen zwischen Bayern und Tirol…

… vom 26.5 bis 15.6.2015 aufgrund von G7-Gipfel und Bilderberg-Treffen:
Reiseinformation für Flüchtlinge und Migrant_innen ohne Papiere

Plattform Bleiberecht Innsbruck

Plattform Bleiberecht Innsbruck

Aufgrund des G7-Gipfels auf Schloss Elmau (7./8. Juni Oberbayern) und des Bilderberg-Treffens in Telfs (10. – 14. Juni Tirol) gibt es vonseiten der österreichischen und deutschen Polizei massive Grenzkontrollen. Das Schengener Abkommen wird für knapp 3 Wochen außer Kraft gesetzt, d.h. es sind Grenzkontrollen an jedem Straßen- und Bahnübergang (Füssen, Grainau, Scharnitz, Achensee, Kufstein) zwischen Bayern und Tirol geplant. Rund um die beiden kapitalistischen Großveranstaltungen wird ein Polizeiaufgebot von 20.000 Beamt_innen erwartet. Die Grenze zwischen Bayern und Tirol (Deutschland/Österreich), sowie die Brenner-Grenze (Österreich/Italien) dürfte damit in diesem Zeitraum für Flüchtlinge und Migrant_innen ohne nur erschwert passierbar sein.

Wir empfehlen Flüchtlingen und papierlosen Migrant_innen im Zeitraum von 26.5. bis 15.6.2015 die Brenner-Route über Innsbruck Richtung Norden zu meiden!

Angesichts der hohen personellen Ressourcen der Polizei an diesen Tagen ist die Durchsetzung der rassistischen Flüchtlingsabwehrpolitik nicht nur möglich, sondern auch Teil der Sicherheitsstrategie.

Wir als Plattform Bleiberecht Innsbruck unterstützen die Proteste gegen den G7-Gipfel sowie das Bilderberg-Treffen und rufen zu einer breiten Mobilisierung und Beteiligung an den Demonstrationen und Aktionen auf!

Wir werden versuchen aktuelle Informationen über Grenzkontrollen und „Rückschiebungen“ von Flüchtlingen zu dokumentieren und möglichst rasch auf unsere Website zu stellen: http://plattform-bleiberecht.at Wenn Ihr Informationen habt oder Polizeikontrollen in Zügen oder auf Autobahnen/Bundesstraßen beobachtet, meldet es uns unter:
plattform.bleiberecht@gmx.at

No border, no nation!
Globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle Menschen!

Weitere Informationen zu den Protesten gegen den G7-Gipfel und das Bilderberg-Treffen:
http://www.stop-g7-elmau.info
http://bilderbergprotest2015.jimdo.com

Plattform Bleiberecht Innsbruck
29.5.2015

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Massive border controls between Bavaria and Tyrol from the 26th of May to the 15th of June 2015 due to the G7-Summit and Bilderberg-Conference:
Travel information for refugees and migrants without documents

Due to the G7-Summit at Schloss Elmau (7th/8th of June Upper Bavaria) and the Bilderberg Conference in Telfs (10-14th of June, Tyrol), there will be massive increased border controls from Austrian and German police authorities. The Schengen Convention will be suspended for three weeks. That means, that borders controls are projected on every highway and railway border crossing point (Füssen, Grainaus, Scharnitz, Achensee, Kufstein) between Tyrol and Bavaria.
About 20.000 police forces are expected for these two capitalist mega-events. The border between Bavaria and Tyrol (Germany/Austria), as well as the Brenner-border (Austria/Italy) will be hindered traversable for refugees and migrants without documents in this period.

We recommend all refugees and migrants without documents to avoid the Brenner-route via Innsbruck up to North Europe in the period between the 26th of May and the 15th of June 2015!

During this time police will have the personnel capacities to enforce the racist policy against refugees, what is also part of the security strategy.

All of us from the Platform for the Right to Stay Innsbruck support the protests against the G7-Summit and the Bilderberg Conference and call on to a wide mobilisation and participation at the demonstrations and public actions!

We will try to record actual information about border controlls or „push backs“ of refugees  and will publish them our website  http://plattform-bleiberecht.at as soon as possible.
If you have information or in case you have witnessed a police control in trains or on highways, please let us know and write a message to plattform.bleiberecht@gmx.at.

No border, no nation!
Free of movement everywhere!
Equal rights for all people!

More information aboput protests against the  G7-Summit and Bilderberg Conference:
http://www.stop-g7-elmau.info
http://bilderbergprotest2015.jimdo.com

Plattform for the Right to Stay Innsbruck
29th of May 2015

WikiLeaks: EU plan for military intervention against „refugee boats“ in Libya and the Mediterranean

WikiLeaks is releasing two classified EU documents, outlining the planned military intervention against boats travelling from Libya to Italy. The more significant of the two documents was written by the combined military defence chiefs of the EU member states. The plan was formally approved by representatives from all 28 countries on 18 May 2015. Click here for more Information.

Bildschirmfoto 2015-05-27 um 11.08.06

Unter einem Dach presents: BikeRepairDay

Integration braucht Mobilität – und zwar leistbare! Ein erster Schritt gegen die Isolation:

June 6th, 10:00am – 7:00pm, Vienna

Give a boost to mobility and intercultural connection! 

Invite your friends and join! Facebook event: https://www.facebook.com/events/1437844413200328/
„Do you have a bike or bikeparts you don’t use anymore?
We are looking for bike-donations for our BikeRepairDay in 6th of June. Unter einem Dach is organizing this free BikeRepairDay to offer mobility to Refugees.
 
Our Goals:
→ mobility for refugees
→ meeting/connecting through doing/creating
something together
→ visibility for BikeKitchen and Unter einem Dach
→ Documentation of Project
 
How does it work?
→ You tell us about the bike or the bikeparts you want to
donate.
→ Together we find a good time to pick it up at your house.
→ Unter einem Dach will organize locks, lights and tubes.
→ On the BikeRepairDay in Goldschlagstraße 8, 1150
Wien, 6th of june starting time 10:00am till 7:00pm
refugees, together with volunteers and
a bikemechanic will assemble the parts.
→ Each Refugee takes a functioning bike home.“
contact:
Nisar@untereinemdach.org
Ph: 0650/9915407

28.-29.05.: Veranstaltungen Afrique Europe Interact in Wien

logoGegen flüchtende Menschen aus Afrika und anderen Teilen der Welt hat die Europäische Union ein repressives und todbringendes Abschiebe- und Grenzregime errichtet. Gleichzeitig bereichern sich europäische Staaten und Konzerne an Land- und Ressourcenraub, führen Kriege und kollaborieren mit unterdrückerischen und korrupten Regimen. Gegen die neokoloniale Praxis der Ausplünderung und Abschottung setzt das Netzwerk Afrique Europe Interact (AEI) auf transnationale Solidarität für Bewegungsfreiheit und gerechte, selbstbestimmte Entwicklung.

Für 28. und 29. Mai 2015 laden wir ein zu folgenden Veranstaltungen:

Neue Welten – Sharing Stories
Filmscreening „Da.Sein“
Vorfilm „How to stop a deportation“

Do. 28.05.2015, ab 20 Uhr,
Brunnenpassage (Brunnengasse 71, 1160 Wien)

In Kooperation zwischen dem Netzwerk Afrique Europe Interact und der Brunnenpassage werden die beiden Filme „How to stop a deportation – I ain‘t getting on no plane!“ und „Da.Sein“ gezeigt. Beide Filme setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Gewalt des Abschieberegimes und dem Widerstand dagegen auseinander: Wie können Abschiebungen aktiv verhindert werden? Und was ist Menschen wiederfahren, die abgeschoben wurden: Von Erpressung durch Behörden und körperlicher Misshandlung durch PolizistInnen bis zu den Schwierigkeiten des Überlebens und Weiterlebens in einem Land, das sie auf der Flucht vor Verfolgung oder auf der Suche nach einem besseren Leben einst verlassen hatten. Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

How to stop a deportation – I ain‘t getting on no plane!
(Regie: Protest Productions Collective, Ö, 2014, 15 min.)
Flughafen Wien-Schwechat: ein Knotenpunkt für Fernwehgeplagte und globalisierte Geschäftsbeziehungen. Immer wieder besteigen Menschen das Flugzeug unter Zwang – sie werden abgeschoben. Ein Film, der zum Widerstand anstiften soll, ein Film mit praktischen Beispielen, was
man selbst tun kann, um eine Abschiebung in einem Flugzeug zu verhindern.

Da.Sein
(Regie: Aylin Basaran, Hans-Georg Eberl, Ö/NIG/TG/D, 2013, 87 min.)

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Da.Sein“, der in Kooperation mit der Togoischen Vereinigung der Abgeschobenen produziert wurde, stehen die Schicksale von Menschen, die „da“ gelebt haben und abgeschoben wurden – von Österreich nach Nigeria und von Deutschland nach Togo. Ihre Geschichten werden in Dialog gesetzt mit denen von Freund_innen und Angehörigen, die „da“ geblieben sind.

Bei der anschließenden Diskussion wollen wir u.A. der Frage nachgehen, welche Herausforderungen sich aus dem ergeben, was Menschen, die abgeschoben wurden, der Gesellschaft hier mitzuteilen haben: Von notwendigen Konsequenzen gegen PolizistInnen, die Menschenrechtsverletzungen begehen, bis zur Forderung nach Entschädigung und Auszahlung von Löhnen und Versicherungsbeiträgen sowie der Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte und Gegenwart zwischen Europa und Afrika.

Am Podium nehmen teil:

Moderation: Stephanie Deimel (Afrique Europe Interact / Wien)

Hans-Georg Eberl (Filmemacher)
Shahjahan Khan (Refugee-Aktivist und Hauptdarsteller „How to Stop a deportation“)
Clifford Erinmwionghae (Fotokünstler und Aktivist für die Rechte von geflüchteten Menschen)

Anna Müller-Funk (Boltzmanninstitut für Menschenrechte)
Angefragt: M-Media (Wien)

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ABGESAGT!!!

Alassane Dicko (Malische Vereinigung der Abgeschobenen – AME): Migration, Grenzregime, Landraub. Eine malische Perspektive.

29. Mai 2015

Viele tausend Menschen sind durch die Schließung der europäischen Grenzen auf den Reisewegen und im Mittelmeer gestorben. Die Europäische Union plant nun einen Kriegseinsatz an der Küste Nordafrikas gegen Flüchtlingsboote. Das westafrikanische Mali ist eines der Herkunftsländer derjenigen, die die Boote besteigen. Alassane Dicko beleuchtet in seinem Vortrag eine malische Perspektive: Warum begeben sich junge Menschen aus Mali trotz der ihnen nicht unbekannten Todesgefahren in das „Abenteuer der Migration“? Wie ist der Zustand des politischen Systems in dem Land, das zeitweilig für die „internationale Gemeinschaft“ als afrikanische „Musterdemokratie“ galt?

Welche Auswirkungen haben Privatisierungen öffentlicher Güter, die Ausbeutung von Gold- und Uranressource und der Verkauf landwirtschaftlicher Flächen an Agrargroßunternehmen auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung? Wie hängt der NATO-Krieg gegen Libyen 2011 mit der Destabilisierung Malis zusammen? Und was ist zu halten von den Plänen europäischer Ex-Kolonialmächte, erneut Krieg auf afrikanischem Boden zu führen – diesmal gegen Menschen auf der Flucht?

Alassane Dicko ist aktiv in der Association Malienne des Expulsés (AME), einer seit 1996 bestehenden Selbsthilfeorganisation von und für abgeschobene Migrant_innen in Bamako. Die Organisation kümmert sich um Abgeschobene und Abgewiesene u.a. aus Europa, dem Maghreb etc., die am Flughafen von Bamako, an der algerisch-malischen oder der mauretanisch-malischen Grenze ankommen. Sie leistet medizinische Nothilfe, aber auch psychosoziale und juristische Beratung, Gesundheitshilfe, arbeitet an einkommensschaffenden Maßnahmen und gewährleistet Aufklärung über das EU-Grenzregime. Mit dem Netzwerk Afrique Europe Interact kämpft Alassane Dicko darüber hinaus gegen Vertreibung und Landraub und ist engagiert in unterschiedlichen sozio-politischen Basisprojekten.

Interkulturelles Widerstandsfest und Kundgebung gegen (G7-)Kriegspolitik und Faschismus

Der Beginn des interkulturellen Widerstandsfests gegen (G7-) Kriegspolitik und 
Faschismus am 29.Mai wurde aufgrund des zu dichten Programms auf 
16 Uhr vorverlegt!!! 

flyer
HIER die ungefähre Zeiteinteilung (wobei es eventuell noch zu
Verschiebungen und kleinen Änderungen kommen kann):
 
16.00 – 16.20: Reinhart Sellner
16.25 – 16.40: Stefan Peter
16.45 – 17.00: Grace
17.00 – 17.05: Offizielle Begrüssung der IgMK
17.05 – 17.35: Zuckergoscherl
17.40 – 18.00: Maren
18.00 – 18.10: Beiträge der IgMK (Initiative gegen Militarisierung und Krieg)
- Solidarwerkstatt
18.10 – 18.15: Beitrag zu Kontinuität von Faschismus 
(autonome Feministinnen)
18.15 – 18.40: EsLiLa
18.40 – 18.50: Beitrag zu G7  (OTKM Stuttgart)
18.50 – 19.10: Frauentheater gegen Repression und Überwachung
19.10 – 19.20: Lesung zu Freihandelsabkommen und Ausbeutung (B.)
19.20 – 19.25: Beitrag zu Militarisierung und EU – Kriegspolitik gegen
Flüchtlinge (Antiragruppe)
19.30 – 20.00: Devri - Alem
20.00 – 20.05: Beitrag: Komintern
20.05 – 20.15: Grußbotschaften aus anderen Ländern
20.15 – 20.20: A. F. Beitrag (Rassismus und
Kriminalisierung in Europa)
20.20 – 20.35: Hor 29 Novemba
20.35 – 21.05: Hozan Qamber & Band
21.05 – 21.35: G.Y. (Ali Arci)
21.35 – 22.00: Drumbock
 
Zusätzlich gibt es:
+eine kleine Wanderausstellung gegen G7
+eine Ausstellung zu österreichischer Rüstungsproduktion
+UrLaGWi - Wander - Ausstellung 2015: Kampf um die urbane Land- und
Gartenwirtschaft in Wien
+ Info- und Büchertische
 
Essens- und Geränkesolistände
 
!!!FINDET BEI JEDEM WETTER STATT!!!!

igmk.wordpress.com

18.-21.Mai Proteste gegen EU-Bodentruppeneinsatz, Frontex und Asylnovelle

Aufruf zur Kundgebung am 19. Mai plus Stellungnahme zu drohendem EU-Bodentruppeneinsatz in Libyen, Frontex, sowie zur Asylnovelle – Presseaussendung der Initiative „Freedom not Frontex Vienna“

Termine: 19. Mai, 15:00, vor UNO-City/Vienna International Center

„Gegen Frontex und EU-Grenzregime!

Stoppt den Krieg gegen Migrant_innen und Geflüchtete!

Kein UN-Mandat für EU-Militärintervention!“
Weiterleiten und dabei sein: StopFrontexFlyer (1) & Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/1608649102749356/ Vollversion Aufruf: PresseaussendungFrontex EU Asylnovelle

Nationalratsdebatte zu Asylnovelle: 20. und 21. Mai

Sowohl auf EU- als auch nationalstaatlicher Ebene sind dieser Tage
alarmierende Entscheidungen in der Flüchtlings- und Migrationspolitik
im Gange: Statt flüchtenden Menschen die sichere und legale Einreise
nach Europa zu ermöglichen, reagiert die EU auf den Tod von tausenden
Menschen im Mittelmeer mit Vorbereitung zu einem Kriegseinsatz an der
Küste Nordafrikas und hat dazu ein Mandat des UN-Sicherheitsrates
beantragt. In Österreich soll am 20. und 21. Mai die Asylnovelle im
Nationalrat abgesegnet werden, mittels derer vermehrte Schubhaft,
beschleunigte Abschiebung, weitere Demontage der Inanspruchnahme des
Grundrechts auf Asyl, sowie die Obdachlosigkeit von tausenden
Geflüchteten drohen. In Warschau feiert die EU-Grenzschutzagentur
Frontex, von vielen als Verursacherin des Todes von tausenden Menschen
im Meer und an den EU-Grenzen betrachtet, am 21.5. ihr 10-jähriges
Bestehen als Erfolgsstory.

Die Initiative „Freedom not Frontex Vienna“ plant dagegen in den Tagen
vom 18. bis 21.5. verschiedene Protestaktionen in Wien:

Am Dienstag, 19.5., gibt es ab 15 Uhr vor dem Eingang zur UNO-City
(Vienna International Center), Sitz des UNHCR und anderer
UN-Institutionen, eine laute Protestkundgebung gegen Frontex und das
EU-Grenzregime.

Zentrale aktuelle Forderungen:

-Stoppt den Krieg gegen MigrantInnen und Flüchtende – Kein UN-Mandat
für EU Militärintervention.

-Weg mit der Visapflicht.

-Fähren statt Frontex.

-Nein zur Asylgesetznovelle.

Über die Tage vom 18. bis zum 21.5. verteilt wird außerdem anlässlich der
Nationalratsentscheidung zur Asylnovelle zu dezentralen Aktionen aufgerufen!
Medienanfragen bitte an: nofrontexvie@riseup.net

Anlage:

Stellungnahme „Frontex und das tödliche Grenzregime der EU“

Stellungnahme „Asylgesetznovelle: Obdachlosigkeit, Schubhaft, Abschiebung“
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Frontex und das tödliche Grenzregime der EU

Mehr als 1000 Menschen starben allein in den letzten Wochen auf ihrem
Weg nach Europa im Mittelmeer. Die Antwort der EU-Politiker_innen:

Geplanter Militärschlag gegen Flüchtlingsboote und Entsendung von
Bodentruppen mit Mandat des UN Sicherheitsrates an der
nordafrikanischen Küste, insbesondere in Libyen. Vorbild ist die
Militäroperation Atlanta gegen Piraterie vor der Küste Somalias.

Intensivierte Grenzkontrollen: das Budget der Frontexoperationen
„Triton“ und „Poseidon“ im Mittelmeer, deren Zweck entgegen
fälschlicher Darstellung niemals die Seerettung war, wurde von den
EU-Innenminister_innen verdreifacht.

Zurückschiebung von Überlebenden: die österreichische Innenministerin
Mikl-Leitner fordert, aus dem Mittelmeer gerettete Personen direkt in
„Aufnahme“-Lager nach Nordafrika zu bringen.

Verweigerte Seenotrettung: Frontex-Chef Klaus Rösler warnt vor
weiteren Seenotrettungseinsätzen vor der Küste Nordafrikas nach dem
Vorbild der italienischen „Mare Nostrum“-Operation, durch die tausende
Menschen gerettet wurden, wegen angeblicher Ermutigung von
„Schlepperei“. Ein unverhohlener Aufruf zum ertrinken lassen!

Dazu die Initiative „Freedom not Frontex Vienna“:

„Militarisierter Grenzschutz löst nie die Gründe, aus denen Menschen
aus kriegszerstörten und wirtschaftlich ausgebeuteten Ländern fliehen.
Flüchtende Menschen werden nicht vor Gefahr geschützt, sondern werden
zum Ziel eines kriegerischen Angriffs. Resultat sind noch
gefährlichere Reiserouten, noch mehr kriegerische Destabilisierung von
Ländern wie Libyen und noch mehr Tote. Wir benennen die
Verantwortlichen – Frontexchef Rösler, die österreichische
Innenministerin Mikl-Leitner und alle EU Innenmnister_innen – als das,
was sie sind: schuldig des Mordes und der Beihilfe zum Mord.“

Als dringende Sofortmaßnahmen, um das Sterben am Weg nach Europa zu
beenden, fordert „Freedom not Frontex Vienna“ entsprechend dem
10-Punkte-Plan der internationalen Initiative „Watch the Med“:

-Weg mit der Visapflicht und visumsfreie Einreise in die EU für ALLE.

-Sofortige Öffnung von Fährverbindungen über das Mittelmeer unabhängig
von Reisepasses oder Visum. Fähren statt Frontex.

Neben den äußeren werden auch die inneren Grenzen der EU verstärkt
anstatt abgebaut: Die italienische Asylpraxis soll unter verschärfte
Kontrolle durch die EU gestellt werden, um eine repressive Anwendung
der „Dublin“-Verordnung zu erzwingen und Geflüchteten die Weiterreise
innerhalb der Europas zu erschweren. Auch die aktuelle Debatte um
EU-Aufnahmequoten richtet sich gegen die Entscheidungsfreiheit und die
Bedürfnisse von Menschen auf der Flucht: Sie sollen nicht gefragt
werden, wo sie hin wollen, sondern über ihren Kopf hinweg innerhalb
Europas umhergeschoben werden.

Dagegen fodert „Freedom not Frontex Vienna“:

-Abschaffung der „Dublin“-Verordnung.

-Respektierung der Bewegungsfreiheit von Geflüchteten. Freie Wahl des
Ziellandes statt EU-Quotenregelungen.
——————————–
Asylgesetznovelle: Obdachlosigkeit, Schubhaft, Abschiebung

Gegen Geflüchtete innerhalb von Österreich sind u.a. folgende
Verschlimmerungen geplant:

-Asylschnellverfahren zwischen 10 Tagen und 5 Monaten. Folgen:
Verschlechterte Prüfung der Anträge. Erschwerte Möglichkeit,
Fluchtgründe darzulegen und Rechtsmittel einzulegen. Durch
beschleunigte Ablehnung beschleunigte Gefahr der Abschiebung.

-Keine aufschiebende Wirkung von Rechtsmitteln gegen ersten negativen
Asylbescheid, wenn das Bundesasylamt den Asylantrag als
„offensichtlich unbegründet“ ansieht. Das betrifft Menschen, deren
Herkunftsländer, in Verkennung der Realitäten vor Ort, pauschal als
„sicher“ erklärt werden, aber auch solche, die nach Ansicht der
Behörden keine individuellen Verfolgungsgründe dargelegt oder die
Echtheit ihrer Dokumente vorgetäuscht haben. Bei Duldung und Subsidärschutz wird nun innerhalb von 3 Monaten die Aberkennung erledigt.

-Bei „offensichtlich unbegründeter“ Asylablehnung Kürzung, bzw.
komplette Streichung, der Grundversorgung. Folge: Tausenden Menschen
in Österreich droht soziale Verelendung und Obdachlosigkeit und in
weiterer Folge Schubhaft wegen der staatlich erzeugten
Mittellosigkeit.

-Verlagerung des Asylerstaufnahmeverfahrens an die
Sicherheitsbehörden. Folgen: Gefahr von Inhaftierung und
Freiheitsentzug in Polizeianhaltezentren für die erste Phase des
Verfahrens.

Dazu die Initiative „Freedom not Frontex“:

„Seit Monaten erleben wir, dass die österreichischen Behörden ein
Krisenszenario bei der Unterbringung geflüchteter Menschen produzieren
– zuerst mit der Überfüllung des Erstaufnahmelagers Traiskirchen,
jetzt mit der Unterbringung von Menschen in Zelten. Beides wäre völlig
vermeidbar, bereitet aber politisch den Boden für die repressive
Asylnovelle. Diejenigen, die schäbige Politspiele auf dem Rücken von
Geflüchteten austragen, und Menschen in Obdachlosigkeit und Schubhaft
drängen, müssen mit Störung ihres rassistischen Alltagsgeschäfts
rechnen“.

Asylrechtsreform: Noch mehr Willkür und unfaire Verfahren  

Fehlerhafte Umsetzung EU-Recht – Vernachlässigung und Machtmissbrauch gegenüber AsylwerberInnen vorprogrammiert

Stellungnahme der Agenda Asyl: „Die Novelle wird zudem zu einer weiteren „Verpolizeilichung“ des Asylsystems führen, da die bisherige unmittelbare Vorführung in die Erstaufnahmestellen nach einer Asylantragstellung unterbleibt und die Schutzsuchenden von der Polizei befragt und nur bei voraussichtlicher Unzuständigkeit Österreichs in die Erstaufnahmestelle vorgeführt werden(…).

Nach dem vorliegenden Entwurf sind Schnellverfahren und damit einhergehende Versorgungseinstellung nicht nur auf Asylsuchende aus sicheren Herkunftsländern, sondern aus allen Herkunftsstaaten anwendbar. Obdachlosigkeit und Verelendung, vor allem in den Ballungszentren, könnten die Folgen dieser Bestimmung sein.“ Auch wenn die Novelle wie geplant am 20./ 21.Mai endgültig beschlossen wird und am 1.Juli 2015 in Kraft tritt, ist sie unhaltbar und muss angefochten werden. Wir rufen zu Protest und Widerstand auf!

http://www.asyl.at/fakten_1/agenda%20_asyl_stellungnahme%20novelle_0315.pdf

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