Die EU tötet Flüchtlinge: Fähren statt Frontex

Presseaussendung Watch the Med:

Gestern Nacht sind mindestens 650 Bootsflüchtlinge ca. 73 Seemeilen
nördlich der libyschen Küste auf dem Weg nach Italien ertrunken. Sie
waren an Bord eines 30 Meter langen Kutters, der kenterte, als sich das
Frachtschiff King Jacob näherte, um Hilfe zu leisten. Es gibt nur 28
Überlebende.

Es ist die größte Flüchtlings-Schiffskatastrophe in der neueren
Geschichte des Mittelmeers. Die EU ist mit ihrem Beschluss vom 27.
August 2014, die Seenotrettung im Mittelmeer herunterzufahren,
verantwortlich für dieses Massensterben. Die EU hätte die Mittel und die
Möglichkeiten, die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten. Aber sie
lässt die Menschen ertrinken.

In den letzten Wochen wurden wir als Alarm-Telefon von Watch the Med
direkte ZeugInnen, wenn Flüchtlinge auf Booten um das Überleben kämpften
und Angehörige um sie bangten. Wir wurden zudem ZeugInnen, wie sich die
Küstenwachen Italiens und Maltas sowie immer mehr Besatzungen
kommerzieller Schiffe um Rettung bemühten, das Sterben aber oftmals
nicht verhindern konnten, weil sie zur Rettung nicht ausreichend
ausgerüstet waren. Hintergrund sind politische Entscheidungen der
Europäischen Union.

Die Festung Europa hat in den letzten 25 Jahren zu zehntausenden Toten
im Mittelmeer geführt.

Verantwortlich sind:

Die PolitikerInnen und Polizeien, die mit dem Schengen-Regime den
pauschalen Visazwang und die organisierte Fahndung nach visalosen
Flüchtlingen und MigrantInnen beschlossen haben,

die PolitikerInnen, die Polizeien und Militärs, die in den letzten 10
Jahren mit Frontex den Grenzschutz vor die Menschenrechte gestellt und
seit dem arabischen Frühling das Meer zwischen Libyen und Italien zu
einer Meeres-Hochsicherheitszone umgewandelt haben,

die EU-SpitzenpolitikerInnen, die am 27. August 2014 in Brüssel das Ende
der italienischen Mare Nostrum Operation, das Herunterfahren der
Rettungsprogramme im Mittelmeer und die Abschottungsoperation
Triton-Frontex vor den italienischen Küsten beschlossen haben!

Sie tragen die Verantwortung für die tausenden von Toten der letzten
Monate in der Meereszone zwischen Libyen und Italien.

Das Sterben muss ein Ende haben:

Wir fordern eine sofort einzurichtende direkte Fährverbindung für
Flüchtlinge aus Tripolis und anderen Orten Nordafrikas nach Europa.

Wir fordern sichere und legale Wege, um Zufluchtsorte zu erreichen, ohne
sich in tödliche Gefahren begeben zu müssen.

Wir rufen, über alle Konfessionen und politischen Spektren hinweg, zu
sofortigen direkten Aktionen gegen die mörderische Politik der EU auf.

Watch the Med Alarm Phone

http://www.watchthemed.net/

info@watchthemed.net

 

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: