Palermos Bürgermeister fordert „offene Tore“

Wiener Zeitung, 19.05.2014:

„Ich bin der Ansicht, dass in Italien und in der ganzen EU Aufenthaltsgenehmigungen für Migranten abgeschafft werden sollten. Es ist ein fundamentales Recht jedes Menschen, sich auf der Welt frei zu bewegen und vor Krieg und Hunger zu flüchten. Wären Flüchtlinge frei, nach Europa zu reisen, würde es keine Menschenhändler geben“, sagt der 66-jährige Bürgermeister und Anti-Mafia-Held im Gespräch mit der APA.

Die Menschheit habe sich vom Sklaventum und von der Todesstrafe befreit. Jetzt heiße es, sich von Sklaventum der Einwanderungsgenehmigungen zu befreien und Flüchtlingen die Tore zu öffnen. Dies könne sich das von schwerer Arbeitslosigkeit belastete Europa leisten.

A man walks past graffiti on a building reading "Smash The Border" in Phoenix

(c) Reuters/Joshua Lott

„Vor allem wenn die Lasten auf alle 28 EU-Mitgliedsstaaten gerecht verteilt werden. Europa braucht die Migranten. Wenn ich nach Deutschland, Österreich und Frankreich reise, merken ich, dass Migranten der vitalste, jüngste Teil der Gesellschaft sind. Europa muss auf Solidarität setzen, um nicht dem Populismus zum Opfer zu fallen“, sagt der promovierte Jurist und Rechtsprofessor, der 1985 erstmals zum Bürgermeister von Palermo gewählt wurde und 2000 sowie 2012 wiedergewählt wurde.

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