Melilla: 20 Flüchtlinge bis zu 10 Stunden auf EU-Zaun

Rotem Kreuz Hilfe verboten, Präsenz aufbauen!

melilla

Der Versuch, den EU-Zaun von Melilla und Ceuta zu überklettern, hat inzwischen eine jahrelange Tradition. Aber erst in den letzten Monaten verwandeln die lebensgefährlichen Grenzüberschreitungen in kollektive Aktionen guter Vorbereitung und gemeinsamer Absprachen. In den letzten Tagen wird die Wut der Flüchtlinge und MigrantInnen zunehmend politischer. Angesichts des Massakers, das die Guardia Civil am 6. Februar 2014 unter den Flüchtlingen angerichtet hat (mindestens 15 Tote), angesichts zunehmender Gewalt durch marokkanische wie spanische Paramilitärs und angesichts der brutalen Zaunaufrüstung in den vergangenen Wochen richten sich kletternde Flüchtlinge und MigrantInnen direkt an Menschenrechtsgruppen und an die Weltöffentlichkeit. Vorgestern bestiegen bis zu 20 Flüchtlinge und MigrantInnen den 6 Meter hohen EU-Zaun und blieben bis zu 10 Stunden oben auf ihm sitzen. Unten standen marokkanische und spanische Paramilitärs, verschossen zeitweilig Tränengas. Da es Solidaritätskundgebungen sowie Filmteams auf den angrenzenden Huegeln gab, trauten sich die Paramilitärs nicht, die Flüchtlinge und MigrantInnen herunterzuschießen. Dem Roten Kreuz verweigerte die Guardia Civil den Zugang zu den Zaunkletterern.

Es ist Zeit für eine direkte Präsenz an den EU-Zäunen. AktivistInnen, PraktikantInnen, Engagierte, DokumentarfilmerInnen, FotojournalistInnen: eine durchgängige Anwesenheit wird nötig. Es ist Zeit zu fordern: Abzug der Guardia Civil von der EU-Außengrenze, Abbau der EU-Zäune!

http://www.eldiario.es/desalambre/

© 2014 ffm-online

Flüchtlinge auf dem Grenzzaun zwischen Marokko und Melilla:

(c) ap

(c) ap

Video auf taz.de

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