Widerstand von Geflüchteten gegen Dublin-Abschiebung

Widerstand von Geflüchteten gegen Dublin-Abschiebung im Flughafen-
Anhaltegefängnis Wien Schwechat. Zweiter Solidaritätsprotest
am 5.4. ab 13 Uhr
 
Hungerstreik gegen Abschiebung nach Slowenien im Anhaltegefängnis
 
Am 3. April, fand eine Solidaritäts-Kundgebung für die Freilassung der
 inhaftierten Geflüchteten vor dem Grenzpolizei-Anhaltegefängnis am Flughafen
Wien statt. Sieben Personen, die seit über zwei Wochen wegen einer geplanten 
Dublin-Abschiebung nach Slowenien festgehalten werden, waren hier in den 
vergangenen Tagen im Hungerstreik. Eine Person hatte sich sogar den Mund 
zugenäht, wie aus zahlreichen Medienberichten hervorging  (siehe: link).
Die Geflüchteten haben vorerst ihren Hungerstreik unterbrochen, allerdings sind sie 
nach wie vor akut davon bedroht, nach Slowenien abgeschoben zu werden 
(siehe:link).
 
Anti-AbschiebungsaktivistInnen rufen für kommenden Samstag, 5. April, ab 13 Uhr, 
zu einer weiteren Solidaritätskundgebung vor dem Grenzpolizei-Anhaltegefängnis 
am Flughafen (Nordstraße 801/ Ecke
Verwaltungsstraße).
 
"Wir wollen nicht nach Slowenien. Wir lieben Österreich!", erklären die im 
Grenzpolizei-Anhaltegefängnis inhaftierten Geflüchteten. Besuche der NGO Asyl in 
Not wurden untersagt, jedoch konnten die protestierenden Gefangenen durch ein 
Fenster Kontakt zu den TeilnehmerInnen der Kundgebung aufbauen: durch Gestik 
wurde die Wut über die lange Haft und bevorstehende Abschiebung ausgedrückt, auf 
Zetteln, die gegen die Fensterscheibe gehalten wurden, stand "We want Freedom" und 
"Danke für eure Unterstützung".  Die etwa 20 KundgebungsteilnehmerInnen 
skandierten solidarische Parolen und zeigten Banner und Poster mit Aufschriften wi
"All Refugees Welcome", "Azadi" oder "freedom of movement is everybody's right".
  
Die sieben Personen sind nach Einschätzung der AnwältInnen (5 sind vertreten durch 
die Diakonie, 2 durch den Verein Menschenrechte Österreich) weiterhin akut von 
Abschiebung nach Slowenien bedroht, wogegen es  schwierig ist, sich mit juristischen 
Mitteln zu wehren. Slowenien hat der Abschiebung der sieben Personen, ungeachtet 
davon, wie lange sie in Österreich leben oder ob sie hier Familie oder FreundInnen 
haben, zugestimmt und wird von Österreich als ein sicheres Schengen - Land gewertet.
 
Hungerstreik offenbart menschliche Tragödie des Dublin II/III Systems
 
Was eine Dublin-Abschiebung tatsächlich für die betroffenen Personen bedeutet, wird 
von den Behörden ausgeblendet, noch viel weniger wird die für viele so 
selbstverständliche Frage gestellt, wo man leben möchte. Dazu der Anti-
Abschiebungsaktivist Marco Schnitzler:
 
"Dass Menschen, die vor Verfolgung geflüchtet sind, keine andere Wahl bleibt, als in 
Hungerstreik zu treten und sich den Mund zuzunähen, offenbart, welche menschlichen 
Tragödien tagtäglich in Österreich durch das DublinII/III System produziert werden. 
Menschen werden, nur weil ihnen auf ihrer langen und gefahrvollen Reise irgendwo 
ihre Fingerabdrücke abgenommen wurden, gewaltsam zwischen den EU-Staaten hin
und her gestoßen. Ihnen wird es verwehrt, in einem Land, wo sie für sich eine 
Perspektive sehen, sicher anzukommen und ein menschenwürdiges Leben aufzubauen. 
Wirtschaftlich privilegierte Staaten wie Österreich, die keine EU-Außengrenze haben,
lagern ihre Verantwortung an die Länder an der EU-Peripherie aus. Die 
hungerstreikenden Geflüchteten setzen mit ihrem Körper als einzige Waffe, die sie 
haben, ein starkes Signal für das Menschenrecht auf Bewegungs- und 
Niederlassungsfreiheit in Europa. Dafür brauchen sie jede mögliche Solidarität!"

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