Schönreden von neuem Schubhaftzentrum in Vordernberg verhindert!

Technische Universität Wien: Schönreden von neuem Schubhaftzentrum in Vordernberg verhindert!

Am 10.12.2013 lud das Institut für Architektur, Abteilung für Gebäudelehre, zu einem öffentlichen Vortrag über das Projekt ‚Schubhaftzentrum Vordernberg‘, ein.

Eingeladen waren u.a. ein Architekt vom durchführenden Büro SUE1, ein Menschenrechtskoordinator des Innenministeriums und ein Brandschutzbeauftragter. Der Innenministeriumsvertreter lobte die Architektengruppe und schwärmte über die Wohneinheiten, die vielen Möglichkeiten für Einkäufe, das medizinische Zentrum usw. Auf Kritiken an Schubhaft war die Antwort, dafür sei er nicht zuständig. Mehrmals wurde er aufgefordert die Dinge beim Namen zu nennen, z.b. Zellen statt Wohneinheiten zu sagen. Vor lauter Wut konnte manchmal nur geklopft und Parolen gerufen werden.

Smarter wollte der Vertreter der Architektengruppe den gewonnenen Wettbewerb und das Modell verteidigen: Sie haben sich damit auseinandergesetzt, ob es vertretbar ist ein Schubhaftzentrum zu entwerfen und ausschlaggebend für das ja, war: Wenn nicht sie, dann würde es ohnehin wer anderer machen. Er pries die schöne Aus- und Einsicht durch die vielen Fenster, die Helligkeit, die offenen „Wohneinheiten“…

Sein Plan war einen 20minütigen Film über die Entstehung und Entwicklung des Projektes zu zeigen. Dieser begann mit Bildern von einem Knast mit alten Zellen, welchem die neuen, modernen Glaszellen gegenübergestellt wurden. Der Film musste dann abgebrochen werden, denn auch er wollte sich den Fragen und geäußerten Kritiken nicht stellen. Vielmehr verwies er auf nachher diskutieren und wenn ihm kein Argumente mehr einfielen, dann sagte er: „Ihr seid fad!“ So ganz auf die Moderne…

Was uns aber nicht beeindruckte und auch nicht daran hinderte weiter kritische fragen zu stellen und zu stören. Nicht einmal auf den Hinweis, dass Architektur mehr als ein Bau ist, wusste er eine Antwort. Nicht viel anders die anwesenden eifrigen Studierenden, denen es gar nicht passte, dass sie das Modell nicht präsentiert bekamen. Gekommen sind sie schließlich, um das Projekt zu sehen und nachher zu diskutieren, was für eine feine Sache es sei.

Unsere Antwort zu Schubhaftzentrum und Knast:

* Schubhaft abschaffen und neue Bauten verhindern. Für eine Gesellschaft ohne Knäste und Käfige! *

Am 15.1. 2014 ist Tag der offenen Tür im Schubhäfn Vordernberg! Wir rechnen auch dort mit heftigem Protest und Aktionen vor Ort.

1 „Wir sind keine Theorietruppe“ sagen SUE Architekten über sich selbst. Jeder Entwurf muss am Ende als Diagramm darzustellen sein. Ähnlich einem guten Text ist es dabei notwendig, einen komplexen Gedanken auf seine wesentliche Aussage herunter zu brechen – //von der hompage von sue/

(Bericht: linksunten.indymedia.org)

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APA-Bericht, 09.01.2014:

Vordernberg: Ausgangslage „nicht alarmierend“

Zentrum geht offiziell am 15. Jänner in Betrieb
Zentrum geht offiziell am 15. JŠänner in Betrieb

APA

Die Volksanwaltschaft sieht die umstrittenen Verträge zum Schubhaftzentrum Vordernberg als verfassungsrechtlich zulässig an. Es bestehe „keine alarmierende, sondern eine gewisse neutrale Ausgangslage“, sagte Volksanwalt Peter Fichtenbauer. Das Zentrum geht offiziell am 15. Jänner in Betrieb, ab 20. Jänner werden die ersten Schubhäftlinge erwartet.

Ob die strikte Trennung der hoheitlichen Aufgaben der Polizei von den Tätigkeiten der privaten Sicherheitskräfte gewährleistet sei, könne man erst mit im täglichen Betrieb feststellen. „Es könnte sein, dass es in der Realität der Tagesabläufe zu Verwischungen kommen könnte“, sagte Fichtenbauer im Gespräch mit der APA. Die Kommissionen der Volksanwaltschaft werden das Zentrum „wie alle anderen gleichartigen Örtlichkeiten“ regelmäßig durch unangekündigte Besuche kontrollieren.

Ende Februar werde die Volksanwaltschaft vermutlich „eine erste klare Äußerung“ abgeben können. „Sehr zu begrüßen“ sei das neue Gebäude: „Es ist ein Unterschied, ob es eine alte Bude oder ein neu errichteter Bau ist“, meinte Fichtenbauer.

Die Volksanwaltschaft hatte Mitte November ein Prüfverfahren zu den Verträgen zwischen Innenministerium und Gemeinde sowie zwischen dieser und der privaten Sicherheitsfirma G4S eingeleitet. „Die Verträge selbst sind kein verfassungsrechtlicher Verstoß“, sagte Fichtenbauer, „es kommt auf die Realität an“. Die Vertragslage lasse „keine gewährleistete Ausdeutung in die eine oder die andere Richtung“ zu.

Am kommenden Freitag (10. Jänner) wird der Menschenrechtsbeirat, der die Mitglieder der Volksanwaltschaft berät, dem Schubhaftzentrum einen ersten Besuch abstatten und auf internationale Menschenrechtsstandards hin überprüfen. „Ich bin da relativ gelassen“, sagte Fichtenbauer. Da das Zentrum neu errichtet wurde, müssten die „Einrichtungen wie Bad, WC etc. in Ordnung sein“.

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