Deportation stopped – Nyatta J. fights for his right to stay

Nov.18th, early morning at Vienna Airport: Pilote refused to bear responsibility for Refugee deportation. Nyatta J. convinced crew that he can´t return to Gambia. His ongoing asylum procedure is still open. Protest continues.

Abschiebung verhindert – Nyatta J. kämpft weiter um Aufenthaltsrecht
Abschiebung nach 10 Jahren in Österreich sorgt für Unverständnis
Nachdem Nyatta J., der seit 10 Jahren in Österreich lebt und arbeitet, am 25.08.2013 in Schubhaft genommen wurde, teilte man ihm dort am Donnerstag die Abschiebung am folgenden Montag, 18.11. 4:00 früh mündlich mit. Daraufhin häuften sich die Proteste von Freund*innen und Unterstützer*innen bei Behörden und der vermuteten ausführenden Fluglinie, der AUA. Zwei Demos erregten weitere Aufmerksamkeit und Empörung über das Versagen der Behörden an einem in Berufs- und Privatleben voll integrierten Flüchtling, bei dem keine Ausweisungsgründe (etwa ein Aufenthaltsverbot) vorliegen, sondern eine Beschwerde gegen den ersten negativen Asylbescheid läuft.

nyatta

Protest am Flughafen
Während des Check-ins wurden am Flughafen Mitreisende informiert, dass einer der Passagiere gegen seinen Willen und im noch laufenden Asylverfahren deportiert werden sollte. Ebenso wie Nyatta J. selbst, sprachen diese den Piloten an und drückten ihre Ablehnung aus. Offenbar vehement genug, dass dieser die Abschiebung nicht mit seiner Verantwortung vereinbaren konnte und Nyatta J. samt Polizisten aus dem Flieger schickte. Zurück in der Schubhaft sagten Polizeibeamte dem Flüchtling, in zwei Wochen werde er dann aber wirklich abgeschoben, er werde „schon sehen“.
Asylverfahren weiter offen
Indes wartet Nyatta J. darauf, dass seiner Beschwerde in erster Instanz doch noch Aufschiebende Wirkung zuerkannt wird, damit er bei der inhaltlichen Prüfung seines Asylantrags nicht bereits außer Landes ist.. Dafür wird mit neuerlichen Anträgen an Asylgerichtshof (dort auch auf Duldung) und EMRG plädiert. Denn üblicherweise fallen Asylbescheide erst in zweiter Instanz positiv aus, zuvor kommt auch das Recht auf eine mündliche Verhandlung nicht zum Tragen.
Keine Zukunft in Gambia, neue Heimat in Österreich?
Nach der abgebrochenen Abschiebung wurde Nyatta J. von seinem Anwalt in psychisch und physisch äußerst angegriffenem Zustand vorgefunden, bedankt sich jedoch bei allen, die sich über Online-Petition, Mails, Anrufe und persönlich gegen seine Abschiebung stark machen. Ebenso bei den Mitarbeiter*innen der AUA, die auf die Proteste mit Menschlichkeit reagiert haben. Nach zehn Jahren in Österreich will Nyatta J., der Deutsch auf Maturaniveau spricht und jahrelang im Sozial- und Gastronomiebereich gearbeitet hat, endlich bleiben dürfen.
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Bitte appellieren Sie weiterhin dringend an>
Innenministerium> johanna.mikl-leitner@bmi.gv.at, ministerbuero@bmi.gv.at; karl-heinz.grundboeck@bmi.gv.at,
Österreichischen Asylgerichtshof(Präsident Mag. Harald Perl)> einlaufstelle@asylgh.gv.at
und die Wr. Fremdenpolizei (Mag. Steinwender)> lpd-w-afa-3-frb@polizei.gv.at, bpdw.frb@polizei.gv.at;
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