G4S übernimmt Schubhaft-Zentrum

Privater Sicherheitsdienst G4S übernimmt Schubhaft-Zentrum: Verantwortung abschieben darf nicht noch einfacher werden!

G4S

Protests in England:  Jimmy Mubenga died of suffocation in the custody of 3 G4S security personnel

Aufregung um das Anhaltezentrum Vordernberg, das die nächsten 15 Jahre vom Privatunternehmen G4S geführt werden soll. Damit werden Asylsuchende erstmals von externen Dienstleistern betreut.
„Mitte September wurde vom Innenministerium ein 15 Jahre gültiger Outsourcing-Vertrag mit dem global agierenden privaten Sicherheitsunternehmen G4S (Group 4 Securicor) abgeschlossen. Das Unternehmen wird laut eigenen Aussagen etwa 100 Angestellte im Schubhaftzentrum Vordernberg beschäftigen die in den Bereichen Sicherheit, Reinigung, Medizinische Versorgung und weiteren Infrastrukturabteilungen tätig sein werden. In der Praxis bedeutet dies, dass das Unternehmen das Zentrum leiten wird. 

Dies ist das erste Mal, dass der Österreichische Staat Gefängnisinfrastruktur auf diese Weise und in diesem Maßstab auslagert. Dass dieser Schritt mit der neuen Anlage in Vordernberg gesetzt wird, könnte ein Zeichen dafür sein, dass Österreich auch in Zukunft vermehrt versuchen wird Teile der Abschiebemaschinerie an private Unternehmen auszulagern. 

In England betreibt G4S bereits seit mehreren Jahren Abschiebegefängnisse („Immigration Removal Centres“). Einen traurigen Tiefpunkt dieser Tätigkeit bildete die Ermordung von Jimmy Mubenga, der 2010 während seiner Abschiebung von drei G4S Angestellten so lange mit atembehindernden Maßnahmen maltretiert worden war, bis er erstickte.“(Stanislaus B. Ruch., 16.10.2013)

Format am 17.10.2013: „Die Services von Sicherheitsdienstleister G4S sind im Sommer in England in den Medien diskutiert worden: Bei der Deportation von Jimmy Mubenga im Oktober 2010 von England nach Angola ist dieser während der Bewachung durch drei G4S-Mitarbeiter an Bord des Flugzeuges gestorben. Laut einem Bericht des Guardian gibt es harsche Kritik an der Vorgehensweise der Behörden und der Privatdienstleister. G4S hatte nach diesem Todesfall den Auftrag verloren. (…) Das Unternehmen G4S ist erst vor wenigen Tagen in anderer Funktion ins Rampenlicht der österreichischen Öffentlichkeit getreten: Bei einer Veranstaltung im Burgtheater hatte ein dort beschäftigter Billeteur auf die Tatsache hingewiesen, dass das Personal der Bühne an eben diese Firma ausgelagert sei(…) Auch im Zusammenhang mit Ernst Strasser war G4S (vormals Group4) vor einigen Jahren in den Medien gewesen: Der ehemalige Innenminister war 2011 als Aufsichtsrat des Unternehmens im Zuge der Korruptionsvorwürfe gegen ihn zurückgetreten.“ (http://www.format.at/articles/1342/930/368017/privater-sicherheitsdienst-g4s-schubhaft-zentrum)

Aus der Rede des Billeteurs am Wiener Burgtheater: „Ich träume von einem Burgtheater, dass sich gegen das Unternehmen G4S positioniert. Ich träume von einem Theater, das sich gegen die Politik stellt, welche Outsourcing, Privatisierung und damit wachsende Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft fördert.

Ich träume von einem Theater, das sich gegen die Abschiebung von Menschen wendet, die in anderen Teilen der Welt unterbezahlt und in Elend die Produkte unseres Wohlstands herstellen.“ ( http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=8629:von-welchem-theater-traeumen-wir-die-protestrede-des-billeteurs-zum-jubilaeumskongress-125-jahre-wiener-burgtheater-an-der-ringstrasse&catid=53:portraet-a-profil&Itemid=83 )

Weitere Links: http://no-racism.net/article/4552/

Photo credits: Protests in England:  Jimmy Mubenga died of suffocation in the custody of 3 G4S security personnel (http://theaimresistance.blogspot.co.at/2010/10/taking-aim-for-jimmy-mubenga.html)
Advertisements
%d Bloggern gefällt das: