Archive | Juni 2013

Refugees im Servitenkloster – oder bald nicht mehr?

Zur Presseaussendung der Refugees vom 01.07.2013

Hier zwei Mails zum Thema „Warum die protestierenden Refugees ihre Unterkunft verlieren – wie geht es weiter?“

von Peter Hacker (25. Juni 2013, Fonds Spziales Wien)

>Link: hacker

und Natalie Failla-Grahn (18. Juni 2013, Caritas)

> Link: caritas_final

Sonja Wehsely, Stadträtin für Gesundheit und Soziales, widerspricht Caritas: Im Servitenkloster muss nicht, wie behauptet, für „Minderjährige Flüchtlinge“ Platz geschaffen werden.

> Link: wehsely (1) (28. Juni 2013)

Mahnwache im Servitenkloster: 30.Juni 18h – 1.Juli 12h

Einladung zur Mahnwache am 30.6.2013 im Servitenkloster: Die protestierenden Flüchtlinge brauchen Schutz vor Abschiebung!

„Wir haltenin dieser Nacht eine Mahnwache im Wiener Servitenkloster, um die „Votivkirchen-Flüchtlinge“  vor einer möglichen Deportation zu schützen. 

(Eingang Müllnergasse 6, A-1090 Wien-Alsergrund) 30.Juni 18h – 1.Juli 12h

We hold a Solemn Vigil in Vienna’s Serviten-Monastery in this night, to protect and shield the „Votiv-Church-Refugees“ from a possible deportation.

(Entrance Muellnergasse 6, A-1090 Vienna)“

https://www.facebook.com/events/151562255032117/

Die Kirche hat den Aufenthalt der Refugees im Servitenkloster kurz vor Ablauf der morgigen Auszugs-Frist bis Ende Juli verlängert.

Dennoch muss der von ihr zugesagte symbolische und moralische Schutz für die Schutzsuchenden endlich aktiv umgesetzt werden: Christen und Christinnen wurden von ihren Gemeinden zur Solidarität aufgerufen: „DEUS CARITAS EST.“

Stehen wir in der Öffentlichkeit für unseren Glauben an Menschlichkeit ein – und für die Gewährung von Asyl/Bleiberecht für die protestierenden Flüchtlinge! Egal, welcher Konfession wir angehören!

http://derstandard.at/1371170868635/Caritas-und-Land-Wien-streiten-um-Servitenfluechtlinge

Räumung in München | Eviction in Munich

münchen                                                (Foto: flickr, für mehr Fotos hier klicken)

-- deutsch weiter unten ---

Stop repression and police brutaliy against refugee movement – 
protest  against the eviction of the hunger- and thirststriking refugees in 
Munich! Rise up in solidarity with the refugees' demand for receiving  Asylum!

Politicians and authorities, stop playing with the lives of refugees!

Protest at german embassy in Vienna:
Monday, 1st of July, at 11 am,
in front of german embassy building, Metternichgasse 3, 1030 Wien 
(near U4 Stadtpark)

In the morning hours of Sunday, 30th of June, the german police has started
evicting the 55 refugees who had been on hunger- and  thirststrike since 25th 
of June on Rindermarkt in the city center of  Munich. According to reports of the
non-citizens activists, people have  been facing beating and brutal abuses by 
the police during the eviction.

Before the eviction, not only the refugees' demand for receiving asylum 
according to article 16a of german constitution has been constantly  denied
by the authorities and politicians of Bayern. During all the  negotiations, the 
refugees did not get any kind of solution that would  enable them to get a
regular residence permit – not from the bavarian prime minister Horst 
Seehofer, not form the „negotiators“ Hans-Jochen Vogel (former 
SPD-mayor of Munich) and Alois Glück (former head of CSU-party in 
bavarian parliament and chairman of the central committee of german
catholics).

Shame on the german authorities and politicians who have been risking  
the lives of 55 refugees by showing repression and cold ignorance against 
their demand for their demand to receive asylum as a base for living in human
conditions after years of discrimination and  traumatisation! For these 
authorities and politicians, their aim to show  strength by breaking resistance
against an inhumane asylum system is more important than the lives of 55 
refugees!

Let's show solidarity with the Munich refugees' demand to receive asylum, 
let's cry out loud to demand an immediate solution for all the participants of
the refugee strike in Munich.

Solidarity with all refugees struggling against an inhumane system in Munich,
in Vienna and everywhere in the world!

Come out, raise your voice, spread the word!

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Schluss mit Repression und Polizeibrutalität gegen die Refugee-Bewegungprotestiert gegen die Räumung der hunger- und durststreikenden 
Refugees in München! Erhebt euch in Solidarität mit der Forderung der 
Refugees nach Asyl!

Politiker_innen und Behörden, spielt nicht mit dem Leben von Geflüchteten!

Protest vor der deutschen Botschaft in Wien:
Montag, 1. Juli, ab 11 Uhr,
vor dem deutschen Botschaftsgebäude, Metternichgasse 3, 1030 Wien
(Nähe U4 Stadtpark)

In den Morgenstunden am Sonntag, 30. Juli, hat die deutsche Polizei 
begonnen, die 55 Geflüchteten gewaltsam zu räumen, die sich seit dem 
25. Juni am Rindermarkt im Zentrum von München im Hunger- und 
Durststreik befunden hatten. Laut Bericht der Non-Citizen-Aktivist_innen 
wurden Menschen bei der Räumung durch die Polizei geschlagen und brutal
misshandelt.

Vor der Räumung wurde nicht nur die Forderung nach Asyl gemäß Art. 16a
des deutschen Grundgesetzes durch die bayerischen Behörden und 
Politiker_innen permanent zurückgewiesen. Während allen Verhandlungen 
bekamen die Refugees keinerlei Lösung, die ihnen einen regulären 
Aufenthaltsstatus ermöglicht hätte – nicht durch den bayersichen 
Ministerpräsidenten Horst Seehofer, nicht durch die „Verhandler“ 
Hans-Jochen Vogel (SPD, Münchens Alt-Oberbürgermeister) und 
Alois Glück (ehemaliger Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag 
und Vorsitzender des Zentralkomitees deutscher Katholiken).

Zeigen wir ein lautes Signal des Protests gegen die deutschen Behörden 
und Politiker_innen, die das Leben von 55 Geflüchteten riskiert haben, 
indem sie deren Forderung nach Asyl – als Grundlage für ein 
menschenwürdiges Leben nach Jahren der Diskriminierung und 
Traumatisierung – mit kalter Ignoranz und Repression beantwortet haben! 
Für diese Behörden und Politiker_innen ist das Ziel, durch das Brechen von
Widerstand gegen ein unmenschliches Asylsystem Stärke zu zeigen, 
wichtiger als das Leben von 55 Refugees!

Zeigen wir Solidarität mit der Forderung der Geflüchteten in München nach
Asyl, erheben wir laut unsere Stimme für eine umgehende Lösung für alle 
Beteiligten des Refugee-Streiks in München!

Solidarität mit allen Geflüchteten, die in München,Wien und überall auf der 
Welt gegen ein unmenschliches System aufbegehren!

Kommt heraus, erhebt eure Stimme, verbreitet die Info!

Fifth Statement fo the hunger striking asylum seekers in Munich

Wenn unsere Körper zu unseren Waffen werden

Heute ist der 7. Tag des generellen Hungerstreiks und gleichzeitig der 4. Tag des trockenen Hungerstreiks. Bis jetzt sind 21 von uns kollabiert und wurden zwischenzeitlich ins Krankenhaus gebracht, während die Regierung zahlreiche Versuche unternimmt, diesen Protest ohne jegliche Gegenleistung zu stoppen, anstatt Verantwortung zu übernehmen und eine Lösung zu finden.

Letzte Nacht gegen 23:00 Uhr wurde unser Vermittler von den Behörden zu einem anderen Ort bestellt, um ihm ein neu aufgebautes medizinisches Zelt zu präsentieren. An dem Ort, zu dem sie ihn führten, stand jedoch kein Zelt dort, sondern es fand nun ein unangekündigtes Treffen statt, in dem immenser Druck aufgebaut wurde, um immer weitere Schwierigkeiten zu erzeugen und uns von unserem Kampf aufzuhalten.

Dies ist unsere letzte Nachricht

Heute, am Freitag den 28. Juni, verkündet die erste Gruppe der Asylsuchenden im trockenen Hungerstreik, bei vollem physischen und psychischen Bewusstsein, dass sie keinen Schritt zurückweichen werden, bis ihre Vorderung erfüllt ist, und bis zu diesem Zeitpunkt weisen sie jede Behandlung von Ärzt_innen zurück!

Die deutsche Regierung muss erkennen, dass politische Spiele vorüber sind und dass es nur zwei Einbahn-Straßen zu beschreiten gibt: Entweder die Erfüllung der exakte Forderung der hungerstreikenden Asylsuchenden oder Bobby Sandes und Holger Meins auf den Straßen Münchens!


When our bodies become our weapons

Today is the 7th day of our general hunger strike and in the same time it is the 4th day of our dry hunger strike.

Till now 21 of us did collapse and got transferred to the hospital, meanwhile all the attempts of the government to stop the protest without any achievement instead of taking responsibility and finding a solution.

Last night at 11 p.m. authorities took our messenger to another place to show him the new place of medical tent, but when he got there, there was no any tent, it was a not announced meeting with so much pressure, to bring more difficulties for us and to stop us from our struggle.

This is our last message

Today on Friday 28th of June, the first group of the dry hungerstrikinig asylum seekers with having full physical and political conciousness are announcing they will not take any step back until they get their demand, and until that moment they don’t want to see any doctor!

German government has to know that playing political games is over and there are just two one way streets: First fulfilling the exact demand of dry hungerstriking asylum seekers

or the second is having Bobby Sandes and Holger Meins on Munich streets.

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Blog refugeetentaction

Artikel auf derStandard.at

Aktionstage von 29.06 -bis 13 Juli 2013: Wir sind alle Menschen!

Liebe Freunde un Freundinnen der Flüchtlings -Migrant_nnenbewegung auf internationale Ebene!

Die Initiative „1. März MigrantInnenstreik“ habt Aktionstage 29.06 -13. Juli mitorganisiert –

Veranstaltungsreihe mit Ausstellung, Auktion, Performance, Shows (Jam Seisson), Podiumsdiskussionen/ Debatte, Filmreihen und Konzerte, in gemütlicher Atmosphere, es wird gekocht und Getränke sind auch da!

Schaut Euch aufmerksam das gesamte Programm an (Click: Aktionstage) und kommt zahlreich. Im Anhang ist das gesamten Programmübersicht und weitere wichtige Infos!

Nachbarschaftsfest im Servitenkloster

nachbarschaftsflyer

Es gibt auch ein neues Spendenkonto:

Um die Kosten für die Proteste decken zu können, hängen wir von finanzieller Unterstützung ab. Zeige deine Unterstützung durch eine Spende in der Höhe deiner Möglichkeiten an folgendes Konto.
Jede Spende macht einen großen Unterschied, egal ob 5€ oder 5000€!

Lasst uns unsere Unterstützung durch Spenden, den Protest auf der Straße und praktische Solidarität sichtbar machen!

FACETTEN Verein zur Förderung von Kultur Kunst und Politik
Kontonummer: 10110146260
BLZ: 60.000
Bank: Bawag/PSK

Die Erklärung der Hungerstreikenden Asylsuchenden

Von: Streikenden Asylsuchenden in München – Deutschland

An: Angela Merkel, Deutsche Bundeskanzlerin und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes
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Wir sind Aslysuchende aus verschiedenen Ländern, die in Deutschland wohnen aber vom Leben in Isolationslagern, dem Ausschluss von Bewegungsfreiheit und allnächtlichen Alpträumen von Abschiebungen geplagt werden. Wir sind nicht Willens in dieser Situation zu leben – nicht einmal einen Tag mehr. Wir sind in dieser Situation nur noch am Leben, weil wir wissen, warum wir hier sind.Wir sind hier wegen des Krieges (mit den Waffen und den hoch entwickelten Unterdrückungstechnologien die in Ihren Ländern hergestellt wurden), der unsere Sicherheit in den Gebieten zerstört hat, wo wir geboren wurden. Wir sind hier wegen hunderter Jahre Kolonialisierung, Ausbeutung und fatalen Wirtschaftsboykotts, die die politische und ökonomische Infrastruktur peripherer Länder zerstört haben. Wir sind hier, weil Ihre Regierungen politische und wirtschaftliche Freundschaften mit Diktaturen schließen und somit außerhalb der Grenzen der ‚ersten Welt’ die Möglichkeit zum Formieren von zivilem Widerstand in diesen geographischen Bereichen zerstören.Deswegen sehen wir die Deutsche Regierung (und andere Regierungen der ersten Welt) nicht in der Position, uns um die Gründe für unser Hier-Sein zu fragen oder in ihrem eigenen Rechtssystem darüber zu urteilen. Wir wissen, dass Wohlfahrt und Sicherheit ein Recht für Alle ist, und um unsere frühesten Rechte des Menschen (Recht zu Bleiben, Recht auf Bildung, Recht auf Arbeit, Bewegungsfreiheit, Recht auf freie Wahl des Lebensortes etc.) zu realisieren, gibt es für uns nur eine Möglichkeit, und das ist die Anerkennung unserer Asylanträge.Heute in den Straßen von München, im Herzen des sogenannten demokratischen Europas, sind wir in den Hungerstreik getreten, um unsere Aslyanerkennung nach Artikel 16 zu bekommen, und setzen der deutschen Regierung eine Frist von drei Tagen, um diese Forderung zu erfüllen.Jetzt sind Sie verantwortlich für unser Leben, und wir wollen für alle klarstellen, was im 21. Jahrhundert wichtiger ist: Das Leben von Menschen oder ein paar Stücke Papier?

Die hungerstreikenden Asylsuchenden in München

Quelle: Refugee Tent Action

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