Gute Stimmung und Solidarität am dritten Tag des Refugee Protest Camps

– Bericht zum 27.11.2012 von http://no-racism.net/

Die protestierenden Refugees im Sigmund Freud Park konkretisieren ihre Forderungen, Ute Bock und Josef Hader solidarisieren sich mit den Protesten. Gleichzeitig schikaniert die Polizei Antifaschist_innen beim Besuch der FPÖ-Führung im Flüchtlingslager Traiskirchen. Am Nachmittag beteiligen sich 250 an einer Solidaritäts- kundgebung mit dem Protestcamp vor der Universität Wien.
Demonstration: Dienstag, 27.11., Treffpunkt 14 Uhr im Protestcamp

Das Versammlungszelt in der Mitte des Refugee Protest Camps ist gut gefüllt. Geflüchtete Aktivist_innen, Unterstützer_innen und Journalist_innen sind zur Pressekonferenz erschienen. „We want our rights“, das kommunizieren die Refugees einmal mehr. Die :: bestehenden Forderungen (siehe http://no-racism.net/article/4274) haben sie wiederholt, [:: zwei dringende neue sind hinzugekommen:

1. Unser Asyl sollte gewährleistet sein. Insbesondere, solange die Situation in unseren Ländern sich nicht verbessert hat. Ist dies nicht der Fall, sollten wir die Möglichkeit haben, unseren legalen Status in Österreich zu verlängern.
Wenn ihr uns nicht erlaubt länger hier zu bleiben und uns abschieben wollt, dann bitte löscht unsere Fingerabdrücke, sodass wir in einem anderen Land um Asyl ansuchen können und nicht abgeschoben werden.

2. Wir brauchen eine Arbeitserlaubnis. Wir wollen für uns selbst sorgen. Wir wollen nicht vom Staat abhängig sein. Wir verlangen, dass man uns unsere Würde als Menschen zurückgibt.
:: Audiomitschnitt der Pressekonferenz

Trotz einsetzenden Nieselregens war die Stimmung gut und das Camp voll. Ute Bock und der Josef Hader kamen zum Protestcamp und erklärten ihre Solidarität mit dem Protest der Refugees.

:: Audiomitschnitt der Statements auf http://no-racism.net/article/4287/

Gleichzeitig schikanierte die Polizei Antifaschist_innen, die in Traiskrichen gegen die FPÖ und deren Besuch im überfüllten Flüchtlingslager protestierten. Sie störten Interviews der FPÖ-Führungsrige um HC Strache, Barbara Rosenkranz und Harald Vilimsky mit Sprechchören und trugen ein Transparent: „Rassismus tötet“. Die Polizei drängte sie aus der Einfahrt des Lagers, als die Gruppe zum Bahnhof aufbrach, begleitete sie ein Aufgebot. Kaum waren sie um die nächste Ecke und außer Sichtweite der Pressekameras, umstellte die Polizei die Gruppe und kontrollierte alle Personalien, ob aufgrund des Fremdenpolizeigesetzes oder wegen der unangemeldeten Versammlung, war unklar. In Ermangelung von Schreibgerät fotografierten die Polizist_innen die Ausweise der Antifas und begleitete sie noch weiter durch die Stadt.

Am Nachmittag fand in der Nähe des Protestcamps vor der Universität Wien um 16 Uhr eine Solidaritätskundgebung von Studierenden statt. Die Kundgebung war sehr kurzfristig angekündigt worden und trotzem kamen mehr als 250 Leute. Einige Flüchtlinge erzählten über das Protestcamp und schilderten ihre Forderungen. Viele der Teilnehmer_innen kamen nachher mit aufs Camp, wo die Stimmung gut war.“

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